23.06.2010
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Foto: Florian Bachmeier

In den ers­ten vier Mona­ten des Jah­res 2010 gab es bereits 213 Abschie­bun­gen in den Koso­vo, dar­un­ter Abschie­bun­gen von 74 Min­der­hei­ten­an­ge­hö­ri­gen, davon 53 Roma. Das geht aus der jüngs­ten Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Lin­ken her­vor. Mit auf das Jahr hoch­ge­rech­net ca. 150 abge­scho­be­nen Roma wäre das eine Ver­dop­pe­lung gegen­über 2009, als

In den ers­ten vier Mona­ten des Jah­res 2010 gab es bereits 213 Abschie­bun­gen in den Koso­vo, dar­un­ter Abschie­bun­gen von 74 Min­der­hei­ten­an­ge­hö­ri­gen, davon 53 Roma. Das geht aus der jüngs­ten Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Lin­ken her­vor. Mit auf das Jahr hoch­ge­rech­net ca. 150 abge­scho­be­nen Roma wäre das eine Ver­dop­pe­lung gegen­über 2009, als 541 Men­schen in den Koso­vo abge­scho­ben wur­den, dar­un­ter ins­ge­samt 76 Roma. Die extre­me Dis­kri­mi­nie­rung, mit der abge­scho­be­ne Roma im Koso­vo rech­nen müs­sen, bestrei­tet die Bun­des­re­gie­rung. Der angeb­li­che „Vor­rang der frei­wil­li­gen Rück­kehr“ wird durch die Zah­len nicht belegt. Aus der Ant­wort geht her­vor, dass die Zahl der Abschie­bun­gen die der soge­nann­ten frei­wil­li­gen Rück­kehr seit Jah­ren bei Wei­tem über­steigt.

Immer wie­der haben UNHCR und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen auf die pre­kä­re Situa­ti­on von Roma und ande­ren Min­der­hei­ten­an­ge­hö­ri­gen im Koso­vo hin­ge­wie­sen. Am Diens­tag konn­te die Abschie­bung einer Grup­pe von Roma aus Göt­tin­gen durch Wider­stand von Unter­stüt­ze­rin­nen und Unter­stüt­zern, Kir­chen­asyl und gericht­li­che Inter­ven­tio­nen ver­hin­dert wer­den. Kom­men­den Mon­tag führt der Innen­aus­schuss des Bun­des­tags eine öffent­li­che Sach­ver­stän­di­gen­an­hö­rung zur Rück­füh­rung von Min­der­hei­ten­an­ge­hö­ri­gen (vor allem Roma) in den Koso­vo durch. Dort wer­den u.a. auch Chris­ti­an Schwarz-Schil­ling, der den Oster­ap­pell gegen die Abschie­bun­gen initi­ier­te, und Ste­phan Dünn­wald, der für PRO ASYL die Situa­ti­on von aus Deutsch­land abge­scho­be­nen Min­der­hei­ten unter­such­te, ange­hört.

PRO ASYL Akti­on „Kei­ne Abschie­bun­gen ins Elend!“ »

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