16.09.2009
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Foto: Vanessa Ramadani

In einer aufrüttelnden Rede klagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Anfang der Woche die massive Diskriminierung von Roma in der EU an. Als Minderheit werden Roma in vielen EU-Staaten bedroht, misshandelt und erniedrigt. Die Hochkommissarin fordert ein Ende dieser Zustände.Besonders dramatisch ist in Deutschland die Situation der aus dem Kosovo geflohenen Roma. Von den rund 150.000

In einer aufrüttelnden Rede klagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Anfang der Woche die massive Diskriminierung von Roma in der EU an. Als Minderheit werden Roma in vielen EU-Staaten bedroht, misshandelt und erniedrigt. Die Hochkommissarin fordert ein Ende dieser Zustände.
Besonders dramatisch ist in Deutschland die Situation der aus dem Kosovo geflohenen Roma. Von den rund 150.000 aus dem Kosovo vertriebenen Roma leben noch 23.000 in Deutschland. Rund 10.000 droht nun die Abschiebung ins Kosovo. Bereits am 28. September soll die erste Sammelabschiebung durch NRW erfolgen – trotz lautstarker Proteste von Roma- und Flüchtlingsverbänden.
Solange die UN-Verwaltung im Kosovo (UNMIK) bis November 2008 noch für die Rückkehr von Flüchtlingen zuständig war, hat sie gegen die Abschiebungen von Roma ein Veto eingelegt. Die neue Kosovarische Regierung hat nun eine so genanntes Rückübernahmeabkommen mit Deutschland abgeschlossen, das die Abschiebungen auch von Roma vorsieht.
PRO ASYL kritisiert die geplanten Abschiebungen von Roma ins Kosovo massiv. Eine ohnehin schon diskriminierte Gruppe werde so der sozialen Verelendung und der Gefahr ethnischer Übergriffe Preis gegeben. PRO ASYL fordert ein sicheres Bleiberecht für die in Deutschland lebenden Roma.

„Die neuen Sündenböcke – Der Hass auf die Roma“ von Christian Jakob, taz v. 16.9.2009

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