03.04.2012

PRO ASYL wider­spricht ent­schie­den den Äuße­run­gen von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Fried­rich, Grie­chen­land ver­sa­ge bei der Kon­trol­le der Außen­gren­zen. „Grie­chen­land ver­sagt nicht beim Grenz­schutz, son­dern beim Flücht­lings­schutz“, so Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL.

Allein im Jahr 2011 wur­den in Grie­chen­land 55.000 Men­schen als angeb­lich ille­ga­le Migran­ten in Grie­chen­land an der grie­chisch-tür­ki­schen Gren­ze inhaf­tiert. In hohem Maße waren es Men­schen aus dem Iran, Afgha­ni­stan, Irak und ande­ren Staa­ten, in denen es zu Ver­fol­gung und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen kommt. Errei­chen sie Deutsch­land, wer­den vie­le von ihnen als schutz­be­dürf­tig aner­kannt.

Fried­richs  Aus­sa­ge, die offe­nen Gren­zen im Schen­gen­raum dürf­ten kein „Ein­falls­tor für ille­ga­le Migra­ti­ons­be­we­gun­gen“ wer­den, denun­ziert schutz­su­chen­de Men­schen als ille­ga­le Migran­ten. Sei­ne For­de­run­gen nach Grenz­kon­trol­len inner­halb des Schen­gen­ge­biets sind blan­ker Popu­lis­mus und zie­len auf eine noch rigi­de­re Abschot­tung der Euro­päi­schen Außen­gren­zen.

Statt die Fes­tung Euro­pa wei­ter aus­zu­bau­en und die Grenz­kon­trol­len zu ver­schär­fen, müs­sen die EU-Staa­ten gemein­sam für ein Schutz­sys­tem für Flücht­lin­ge und für eine soli­da­ri­sche Tei­lung der Ver­ant­wor­tung für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen ein­tre­ten.

PRO ASYL wirft Innen­mi­nis­ter Fried­rich vor, alle Bestre­bun­gen für eine soli­da­ri­sche und huma­ne Asyl­po­li­tik auf EU-Ebe­ne zu blo­ckie­ren. Fried­rich will an der soge­nann­ten Dub­lin-II-Ver­ord­nung fest­hal­ten, die die Ver­ant­wor­tung für die Flücht­lings­auf­nah­me auf die Staa­ten an den Rän­dern der EU abwälzt und für schutz­su­chen­de Men­schen Inhaf­tie­rung und Elend mit sich bringt. „Deutsch­land ver­sagt, nicht Grie­chen­land“, so Burk­hardt.

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Hans-Peter Fried­rich hat­te laut Medi­en­be­rich­ten ver­stärk­te Grenz­kon­trol­len inner­halb des Schen­gen­raums gefor­dert. Wenn „Län­der wie Grie­chen­land“ ihre Außen­gren­zen nicht sichern könn­ten, dann müss­ten sie stren­ge­re Bin­nen­kon­trol­len hin­neh­men, so der Minis­ter.

Über­le­ben im Tran­sit: Zur Situa­ti­on von Flücht­lin­gen in der Tür­kei, März 2012

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