12.01.2010

In einem neu­en Papier zur Situa­ti­on von Flücht­lin­gen in Grie­chen­land bekräf­tigt UNHCR sei­ne Posi­ti­on, kei­ne Flücht­lin­ge im Rah­men der Dub­lin II-Ver­ord­nung nach Grie­chen­land abzu­schie­ben. Regie­run­gen soll­ten vom Selbst­ein­tritts­recht Gebrauch machen und außer­dem Fami­li­en­zu­sam­men­füh­run­gen ermög­li­chen. In dem Posi­ti­ons­pa­pier kri­ti­siert UNHCR die kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen für Flücht­lin­ge und Migran­ten in Grie­chen­land. So wer­den Flücht­lin­ge zum Bei­spiel auf See

In einem neu­en Papier zur Situa­ti­on von Flücht­lin­gen in Grie­chen­land bekräf­tigt UNHCR sei­ne Posi­ti­on, kei­ne Flücht­lin­ge im Rah­men der Dub­lin II-Ver­ord­nung nach Grie­chen­land abzu­schie­ben. Regie­run­gen soll­ten vom Selbst­ein­tritts­recht Gebrauch machen und außer­dem Fami­li­en­zu­sam­men­füh­run­gen ermög­li­chen.

In dem Posi­ti­ons­pa­pier kri­ti­siert UNHCR die kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen für Flücht­lin­ge und Migran­ten in Grie­chen­land. So wer­den Flücht­lin­ge zum Bei­spiel auf See oder an der Gren­ze, etwa zur Tür­kei, zurück­ge­wie­sen und nur einem Bruch­teil gelingt es, über­haupt einen

Asyl­an­trag zu stel­len. Dar­über hin­aus kommt es immer wie­der zu ille­ga­len Über­füh­run­gen in die Tür­kei. Ankömm­lin­ge wer­den unter oft deso­la­ten Bedin­gun­gen inhaf­tiert, auch unbe­glei­te­te Kin­der. Die Situa­ti­on ist unhalt­bar. Trotz­dem schiebt u.a. Deutsch­land Asyl­su­chen­de im Rah­men der Dub­li­nII-Ver­ord­nung ver­mehrt nach Grie­chen­land ab, obwohl das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mehr­fach Abschie­bun­gen einst­wei­len aus­ge­setzt hat und die kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen des grie­chi­schen Asyl­sys­tems bekannt sind.

PRO ASYL hat in Reak­ti­on auf die fort­be­stehen­den Miss­stän­de in Grie­chen­land im Novem­ber 2009 zusam­men mit ande­ren Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen eine Beschwer­de bei der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on ein­ge­reicht. Dar­in wird gefor­dert, vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren gegen Grie­chen­land wegen der Miss­ach­tung aller zen­tra­len euro­päi­schen Asyl­richt­li­ni­en ein­zu­lei­ten. Abschie­bun­gen nach Grie­chen­land müs­sen bis auf Wei­te­res gestoppt wer­den.

 Euro­päi­scher Men­schen­rechts­ge­richts­hof ver­han­delt zu Dub­lin-Fäl­len (02.09.10)

 Flücht­lin­ge sol­len wei­ter nach Grie­chen­land abge­scho­ben wer­den (01.06.10)

 Neu­er Bericht zur Situa­ti­on von Flücht­lin­gen in Grie­chen­land (22.03.10)

 Bun­des­re­gie­rung igno­riert Recht­spre­chung – immer mehr Abschie­bun­gen nach Grie­chen­land (27.11.09)

 Grie­chen­land ver­letzt EU-Asyl­recht (10.11.09)

 Urteil zur Über­stel­lung eines Asyl­su­chen­den nach Grie­chen­land liegt jetzt vor (31.07.09)

 Flücht­lin­ge in Grie­chen­land: Situa­ti­on spitzt sich dra­ma­tisch zu  (16.07.09)