27.11.2009
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Foto: David Schommer

Unver­än­dert schiebt Deutsch­land Asyl­su­chen­de nach Grie­chen­land ab, obwohl das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mehr­fach gegen­tei­lig ent­schie­den hat und die kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen des grie­chi­schen Asyl­sys­tems bekannt sind. Wie aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der LINKEN her­vor­geht, waren es im drit­ten Quar­tal 2009 sogar fast drei­mal so vie­le wie im Ver­gleichs­zeit­raum 2008. Sys­te­ma­tisch nutzt Deutsch­land so

Unver­än­dert schiebt Deutsch­land Asyl­su­chen­de nach Grie­chen­land ab, obwohl das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt mehr­fach gegen­tei­lig ent­schie­den hat und die kata­stro­pha­len Bedin­gun­gen des grie­chi­schen Asyl­sys­tems bekannt sind. Wie aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der LINKEN her­vor­geht, waren es im drit­ten Quar­tal 2009 sogar fast drei­mal so vie­le wie im Ver­gleichs­zeit­raum 2008.

Sys­te­ma­tisch nutzt Deutsch­land so die Dub­lin II-Ver­ord­nung, um die Ver­ant­wor­tung für Schutz­su­chen­de auf Län­der an den euro­päi­schen Außen­gren­zen abzu­wäl­zen. Rund jeder drit­te Asyl­su­chen­de in Deutsch­land ist mitt­ler­wei­le davon betrof­fen. Aus­ge­rech­net in Grie­chen­land Schutz zu bekom­men, ist prak­tisch jedoch so gut wie unmög­lich. Das rudi­men­tä­re Auf­nah­me­sys­tem ist zusam­men­ge­bro­chen, erst ver­gan­ge­ne Woche reich­ten PRO ASYL und 20 wei­te­re Flücht­lings­or­ga­ni­sa­tio­nen des­halb Beschwer­de bei der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on ein.

Obwohl das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in den letz­ten Wochen mehr­fach Abschie­bun­gen nach Grie­chen­land einst­wei­len stopp­te, wur­den aus Deutsch­land allein 2009 mehr als 1.567 Über­stel­lungs­an­trä­ge an das ohne­hin über­for­der­te Land gerich­tet. Mit knapp einem Vier­tel aller Über­nah­me­ersu­chen in die­sem Jahr (bis Sep­tem­ber) ist Grie­chen­land das mit Abstand am meis­ten ersuch­te Land. Die Neue Rich­ter­ver­ei­ni­gung zeig­te sich in einer ers­ten Reak­ti­on auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung „ent­setzt“ und sprach von „unglaub­li­cher Respekt­lo­sig­keit“ gegen­über der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts und der Fach­ge­rich­te. Die Men­schen­wür­de von Asyl­su­chen­den wer­de sehen­den Auges gefähr­det und effek­ti­ver Rechts­schutz in der Pra­xis ver­hin­dert.

Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf die Klei­ne Anfra­ge der LINKEN »

Pres­se­er­klä­rung der Neu­en Rich­ter­ver­ei­ni­gung »

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