02.09.2010
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Wartende Asylsuchende (Foto: A. Zavallis)

Am 1. Sep­tem­ber 2010 wur­de vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te in Straß­burg über die Rück­über­stel­lun­gen von Asyl­su­chen­den nach Grie­chen­land ver­han­delt. Kon­kret ging es in dem Fall M.S.S. v. Bel­gi­um and Greece um einen afgha­ni­schen Asyl­be­wer­ber, der im Rah­men der Dub­lin II-Ver­ord­nung von Bel­gi­en nach Grie­chen­land zurück­ge­schickt wor­den war. In der gest­ri­gen Anhö­rung des Gerichts­hofs

Am 1. Sep­tem­ber 2010 wur­de vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te in Straß­burg über die Rück­über­stel­lun­gen von Asyl­su­chen­den nach Grie­chen­land ver­han­delt. Kon­kret ging es in dem Fall M.S.S. v. Bel­gi­um and Greece um einen afgha­ni­schen Asyl­be­wer­ber, der im Rah­men der Dub­lin II-Ver­ord­nung von Bel­gi­en nach Grie­chen­land zurück­ge­schickt wor­den war.

In der gest­ri­gen Anhö­rung des Gerichts­hofs hat der Men­schen­rechts­kom­mis­sar des Euro­pa­rats, Tho­mas Hammar­berg, Stel­lung genom­men. Hammar­berg kri­ti­sier­te aus­drück­lich die der­zei­ti­ge Situa­ti­on von Flücht­lin­gen in Grie­chen­land und die man­geln­de Ein­hal­tung von Men­schen­rechts­nor­men. “Asyl­be­wer­ber in Grie­chen­land ste­hen beim Zugang zum Asyl­ver­fah­ren auch wei­ter­hin vor gro­ßen Schwie­rig­kei­ten und nicht immer wer­den ihnen grund­le­gen­de Sicher­hei­ten, wie ein Dol­met­scher oder ein Rechts­bei­stand, zur Ver­fü­gung gestellt. Des­wei­te­ren kann die bestehen­de Mög­lich­keit zur Beschwer­de gegen einen abge­lehn­ten Asyl­an­trag nicht immer als wirk­sam bezeich­net wer­den”, sag­te Hammar­berg.

Laut Hammar­berg sol­len die­je­ni­gen Staa­ten, die durch Über­stel­lun­gen von Flücht­lin­gen eine beson­de­re Über­las­tung haben, von ihren Ver­pflich­tun­gen aus der Dub­lin II-Ver­ord­nung befreit wer­den. Die Dub­lin II-Ver­ord­nung führt dazu, dies macht auch die Kri­tik von Hammar­berg noch­mals deut­lich, dass gera­de die Staa­ten an den Außen­gren­zen der Euro­päi­schen Uni­on wach­sen­de Pro­ble­me damit haben, men­schen­recht­li­che Stan­dards im Asyl­ver­fah­ren zu gewähr­leis­ten. Das Urteil des Men­schen­rechts­ge­richts­hofs wird mit Span­nung erwar­tet.

Pres­se­er­klä­rung des EGMR

Zum Video­mit­schnitt der Anhö­rung vor dem EGMR

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