06.03.2013

PRO ASYL appelliert an den Bundesinnenminister, sich nicht nur für ein solches Aufnahmeprogramm auszusprechen, sondern auch einen substanziellen Beitrag Deutschlands bei der Aufnahme von Flüchtlingen in Aussicht zu stellen.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge ist in jüngster Zeit sprunghaft angestiegen, von etwa 600.000 vor drei Monaten auf nunmehr 1.000.000 Menschen, die es in die Erstaufnahmelager der Nachbarstaaten geschafft haben. Hinzu kommen noch größere Zahlen von Binnenflüchtlingen im Lande selbst.

Die Erstaufnahmestaaten, darunter Jordanien, die Türkei und der Libanon, sind jetzt auf mehr als finanzielle Unterstützung angewiesen. „Wer die Aufnahmebereitschaft der Erstaufnahmestaaten erhalten will, der muss selbst bereit sein, Flüchtlinge aufzunehmen.“, so Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL. Anders als zu Beginn des syrischen Konfliktes sei keine Lösung in Sicht, die eine Rückkehr der Flüchtlinge in absehbarer Zeit denkbar erscheinen lasse. Noch mehr Geld und noch mehr Zelte könnten nicht mehr das letzte Wort sein.

PRO ASYL appelliert an die Bundesregierung, zunächst in eigener Kompetenz großzügig Visa unter anderem an syrische Flüchtlinge zu erteilen, die in Deutschland lebende Verwandte haben und die im Moment noch in Erstaufnahmestaaten festsitzen oder aufgrund der Zuständigkeitsverordnung Dublin II in anderen EU-Staaten gestrandet sind. Es ist widersinnig, diese Menschen von familiären Unterstützungsmöglichkeiten abzuschneiden.

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