Bild: EU-Hotspot Moria auf Lesbos: Ein Flüchtling bahnt sich auf Krücken den Weg durch Schlamm und Schneematsch zwischen den Zelten, Januar 2017

EU-Türkei-Deal: Labor Ägäis – Blaupause für Europa

Der auto­ri­tä­re, tür­ki­sche Prä­si­dent Erdo­gan droht regel­mä­ßig, den Flücht­lings­de­al mit der EU auf­zu­kün­di­gen. In der EU herrscht des­halb Sor­ge, dass wie­der mehr Schutz­su­chen­de über Land oder See das EU Ter­ri­to­ri­um errei­chen könn­ten. Alle Betei­lig­ten eint, dass sie Flücht­lin­ge nur als Manö­vrier­mas­se sehen und sie zynisch für wech­sel­sei­ti­ge Erpres­sungs­ver­su­che miss­brau­chen. Men­schen­rech­te und -wür­de spie­len kei­ne Rol­le. Die Bun­des­re­gie­rung und die EU ver­fol­gen mit dem Tür­kei-Deal ledig­lich ein Ziel: Schutz­su­chen­de im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes um jeden Preis abzu­weh­ren.
Am 9. April 2015 stranden 157 Flüchtlinge aus Syrien, Somalia, Sudan, Eritrea und Irak auf der winzigen Insel Gavdos. Sie kamen aus Libyen und hatten ein tagelanges Martyrium hinter sich. An Bord waren auch 40 allein fliehende Kinder. Foto (c) Vassilis Mathioudakis

Fluchtweg Ägäis: Humanitäre Krise im Urlaubsparadies

Die Ägä­is ist seit Jah­ren eine zen­tra­le Flucht­rou­te nach Euro­pa. Durch die dra­ma­ti­schen Ereig­nis­se im zen­tra­len Mit­tel­meer – das Mas­sen­ster­ben, die Aus­ein­an­der­set­zung um die See­not­ope­ra­ti­on Mare Nostrum – ist die­ser EU-Grenz­ab­schnitt, zwi­schen der Tür­kei und Grie­chen­land, etwas aus dem media­len Blick gera­ten. Dies wird sich im Jahr 2015 ändern.