07.09.2012

PRO ASYL for­dert ange­sichts der Flücht­lings­tra­gö­di­en vor den Küs­ten Izmirs und Lam­pe­du­sas ein ent­schie­de­nes Han­deln gegen das Ster­ben auf dem Meer. „Euro­pa schaut gleich­gül­tig zu und stellt sich nicht sei­ner Ver­ant­wor­tung“, klagt Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. 

Seit Grie­chen­land sei­ne Abwehr­maß­nah­men in der Evros-Regi­on an der Gren­ze zur Tür­kei ver­stärkt hat, neh­men wie­der mehr Flücht­lin­ge den gefähr­li­chen See­weg über die Ägä­is. 

In den ver­gan­ge­nen Wochen wur­den die Abwehr­maß­nah­men an der grie­chisch- tür­ki­schen Land­gren­ze mas­siv ver­stärkt. In Grie­chen­land rie­geln fast 2 000 zusätz­li­che Poli­zei­be­am­te mit Unter­stüt­zung der euro­päi­schen Grenz­agen­tur Fron­tex das Gebiet ab. Die­se Maß­nah­men rich­ten sich auch gegen Flücht­lin­ge aus Syri­en. „Es ist dop­pel­zün­gig, von Schutz für Flücht­lin­ge aus dem Bür­ger­kriegs­ge­biet zu spre­chen und gleich­zei­tig die Abschot­tung zu ver­stär­ken“, urteil­te PRO ASYL-Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt. 

Seit Beginn der ver­stärk­ten Abwehr­maß­nah­men sank laut unse­rer tür­ki­schen Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on Mül­teci-Der die Zahl derer, die über die Land­gren­ze von der Tür­kei nach Grie­chen­land flie­hen, um 84 %.

Das Ster­ben auf dem Meer geht uns alle an. Für Poli­tik und Öffent­lich­keit sind die­se Tra­gö­di­en nur eine Rand­no­tiz des poli­ti­schen Gesche­hens. Die Öffent­lich­keit in Deutsch­land nimmt nicht wahr, dass die Ange­hö­ri­gen oft mit­ten unter uns leben.

Die STIFTUNG PRO ASYL zeich­net am mor­gi­gen Sams­tag in Frank­furt Frau Ger­gis­hu Yohan­nes aus. Als Ange­hö­ri­ge des Boots­un­glücks vom August 2009, bei dem 77 Flücht­lin­ge ihr Leben ver­lo­ren, brach­te sie mehr als 1 300 Freun­de und Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge der Toten zusam­men und erhob Anzei­ge gegen die Ver­ant­wort­li­chen.

Hin­weis: Die Ver­lei­hung des Men­schen­rechts­prei­ses 2012 der STIFTUNG PRO ASYL an Ger­gis­hu Yohan­nes fin­det von 14 Uhr bis 15 Uhr im Haus am Dom, Dom­platz 3, 60311 Frank­furt am Main statt. Die Lau­da­tio hält Wolf­gang Grenz, Gene­ral­se­kre­tär von Amnes­ty Inter­na­tio­nal Deutsch­land.

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