15.05.2013

Am mor­gi­gen Don­ners­tag, den 16.5., rufen 28 deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen mit geschwärz­ten Bild­schir­men und der Bot­schaft „Stopp – Schau hin!“ zu mehr Soli­da­ri­tät mit syri­schen Flücht­lin­gen auf.

Anläss­lich des Akti­ons­ta­ges zu Syri­en appel­liert PRO ASYL an Bun­des­re­gie­rung und Län­der, ihre Hilfs­maß­nah­men für syri­sche Kriegs­flücht­lin­ge zu ver­stär­ken. PRO ASYL for­dert eine stär­ke­re finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Erst­auf­nah­me­staa­ten und UNHCR. „Doch Geld allein reicht nicht“, sag­te Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. Die Bun­des­re­gie­rung müs­se bereit sein, syri­sche Flücht­lin­ge ein­rei­sen zu las­sen. Die Zusa­ge der Bun­des­re­gie­rung, 5 000 Flücht­lin­gen aus Syri­en in die­sem Jahr die Ein­rei­se nach Deutsch­land zu gestat­ten, sei ein wich­ti­ger, aber bei wei­tem unzu­rei­chen­der Schritt.

PRO ASYL for­dert die Bun­des­re­gie­rung auf, eine bun­des­wei­te Bera­tungs­hot­line für in Deutsch­land leben­de syri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, die ihre Ver­wand­ten auf­neh­men wol­len, ein­zu­rich­ten. „Die Hilfs­be­reit­schaft darf nicht län­ger mit deut­scher büro­kra­ti­scher Gründ­lich­keit aus­ge­bremst wer­den“, sag­te Burk­hardt. In einem  unbü­ro­kra­ti­schen und  trans­pa­ren­ten Ver­fah­ren müss­ten Wege benannt wer­den, wie Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge legal ein­rei­sen kön­nen. Bis­lang gebe es Ver­spre­chen, Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu hel­fen, aber kei­ne Taten. Das restrik­ti­ve deut­sche Vis­arecht gel­te unver­än­dert fort.

In Deutsch­land leben rund 40 000 syri­sche Staats­bür­ge­rin­nen und Staats­bür­ger, die Ver­wand­te aus Syri­en bei sich auf­neh­men wol­len. PRO ASYL und Bera­tungs­stel­len von Kir­chen­ver­bän­den und Initia­ti­ven sind gegen­wär­tig mit einer Viel­zahl von dies­be­züg­li­chen Anfra­gen kon­fron­tiert. Die Ange­hö­ri­gen stran­den oft hilf­los an und vor Euro­pas Gren­zen in men­schen­rechts­wid­ri­gen Zustän­den.

PRO ASYL for­dert die Kon­fe­renz der Innen­mi­nis­ter von Bund und Län­dern bei Ihrer Tagung in der kom­men­den Woche dazu auf, die Syri­en­kri­se auf die Tages­ord­nung zu set­zen. PRO ASYL appel­liert:

- Deutsch­land und die ande­re Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on müs­sen groß­zü­gig Visa ertei­len.

- Die Hilfs­be­reit­schaft der in Deutsch­land leben­den syri­schen Ange­hö­ri­gen muss sei­tens der Poli­tik unter­stützt werden.Der Nach­zug von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen muss außer­halb eines eng begrenz­ten Kon­tin­gen­tes mög­lich sein.

- PRO ASYL errei­chen Berich­te von an Euro­pas Gren­zen gestran­de­ten Flücht­lin­gen, deren Wei­ter­rei­se zu ihren in Deutsch­land leben­den Ver­wand­ten ver­sperrt ist. Ihre Asyl­ver­fah­ren sol­len in Deutsch­land durch­ge­führt wer­den. Die Ver­ant­wor­tung für die Flücht­lings­auf­nah­me darf nicht den Grenz­staa­ten der EU auf­ge­bür­det wer­den. In Grie­chen­land wer­den syri­sche Flücht­lin­ge inhaf­tiert und unmensch­li­chen Bedin­gun­gen unter­wor­fen. Rund 8 000 Schutz­su­chen­de aus Syri­en wur­den dort allein im Jahr 2012 inhaf­tiert.

PRO ASYL steht syri­schen Flücht­lin­gen mit Bera­tung und Rechts­hil­fe zur Sei­te. PRO ASYL appel­liert an die Bevöl­ke­rung: Bit­te unter­stüt­zen Sie syri­sche Flücht­lin­ge mit Ihrer Spen­de.

An der Akti­on neh­men fol­gen­de Orga­ni­sa­tio­nen teil:

action mede­or, ADRA,  Akti­on Deutsch­land Hilft, Arbei­ter-Sama­ri­ter-Bund, Ärz­te der Welt, arche noVa,  AWO Inter­na­tio­nal, CARE Deutsch­land-Luxem­burg , Habi­tat for Huma­ni­ty, Han­di­cap Inter­na­tio­nal, Help – Hil­fe zur Selbst­hil­fe, Hel­pA­GE, Hoff­nungs­zei­chen e.V. ‚Hume­di­ca, Isla­mic Reli­ef Deutsch­land,  Johan­ni­ter-Unfall-Hil­fe, Mal­te­ser Inter­na­tio­nal,  Mise­re­or, Oxfam Deutsch­land, PRO ASYL, Save the Child­ren, Ter­ra Tech, ter­res des hom­mes, UN World Food Pro­gram­me , UNHCR Deutsch­land, UNO-Flücht­lings­hil­fe, Welt­hun­ger­hil­fe, World Visi­on

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