12.07.2013
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Übersetzer sind für die Bundeswehr unabdingbar: Ein Treffen von Deutschen Soldaten und der afghanischen Bevölkerung in der Nähe von Kabul. flickr / Bundeswehr/Rott (CC BY-ND 2.0)

Herr I.* hat in Afghanistan für die Bundeswehr als Übersetzer gearbeitet – die Taliban trachteten ihm deshalb nach dem Leben. PRO ASYL hat sich dafür eingesetzt, dass er mit seiner Familie Schutz in Deutschland erhält und einen Rechtsanwalt beauftragt. Im Juni konnte er erreichen, dass Herr I. mit Ehefrau und Kindern eine Aufnahmezusage erhielt. Jetzt landeten sie auf dem Flughafen Frankfurt.

Bei Ihrer Ankunft wirk­te die Fami­lie erleich­tert, aber auch etwas erschöpft.  Erst vor weni­gen Tagen wur­de sie infor­miert, dass sie Afgha­ni­stan nun Rich­tung Deutsch­land ver­las­sen kann. Die Fami­lie sah sich seit lan­ger Zeit kon­kre­ten Dro­hun­gen durch die Tali­ban aus­ge­setzt. Erst jetzt ist sie nach über einem Jahr ban­gen War­tens in Sicher­heit.

Zu hof­fen ist, dass in ver­gleich­ba­ren Fäl­len künf­tig eine schnel­le­re Auf­nah­me gelingt, denn die Bedro­hungs­la­ge für vie­le soge­nann­te Orts­kräf­te ver­schärft sich wei­ter. PRO ASYL setzt sich neben der kon­kre­ten Unter­stüt­zung für Ein­zel­fäl­le  für ein Auf­nah­me­pro­gramm für alle ein, die als Orts­kräf­te für Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die Bun­des­wehr und ande­re deut­sche Stel­len gear­bei­tet haben und sich durch die Tali­ban bedroht sehen.

Für die Auf­nah­me von bedroh­ten afgha­ni­schen Über­set­zern set­zen sich auch Dol­met­scher­ver­bän­de ein. Im Rah­men einer welt­wei­ten Akti­on, die auf die lebens­be­droh­li­che Lage von Dol­met­schern und Über­set­zern in Kri­sen­ge­bie­ten auf­merk­sam macht, rich­ten sie einen Offe­nen Brief an Ange­la Mer­kel.

Infor­ma­tio­nen für Über­set­zer und ande­re Orts­kräf­te, die in Afgha­ni­stan für die Bun­des­wehr arbei­ten oder gear­bei­tet haben

Infor­ma­ti­on for inter­pre­ters and other local staff (Orts­kräf­te) who worked or still work for the Ger­man mili­ta­ry in Afgha­ni­stan

*Die Anony­mi­sie­rung erfolgt zum Schutz der Betrof­fe­nen.

 Offe­ner Brief afgha­ni­scher Orts­kräf­te: „Lie­fert uns nicht an die Tali­ban aus!“ (25.07.14)

 Mord an afgha­ni­schem Dol­met­scher (26.11.13)

 Auf­nah­me sofort! (25.11.13)

 Groß­bri­tan­ni­en und Däne­mark prä­sen­tie­ren Auf­nah­me­pro­gramm für gefähr­de­te afgha­ni­sche Orts­kräf­te (23.05.13)

 Afgha­ni­sche Orts­kräf­te: Groß­bri­tan­ni­en und Däne­mark prä­sen­tie­ren Auf­nah­me­pro­gramm (23.05.13)

 Orts­kräf­te der Bun­des­wehr sehen sich allein gelas­sen (02.04.13)

 PRO ASYL for­dert Auf­nah­me­pro­gramm für afgha­ni­sche Orts­kräf­te der Bun­des­wehr (29.11.12)

 Nicht nur Über­set­zer sind in Afgha­ni­stan bedroht (16.04.12)