20.04.2011
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In Lampedusa ist ein Flüchtlingsboot mit 760 Menschen, darunter viele schwangere Frauen und Kinder, angekommen. Drei Tage dauerte die Fahrt aus Libyen über das Mittelmeer, viele der Flüchtlinge litten an Unterkühlung und Erschöpfung. Nach Angaben des italienischen Roten Kreuzes gab es seit Bestehen des Notdienstes kein Flüchtlingsboot mit mehr Menschen an Bord. Die Menschen stammen

In Lampedusa ist ein Flüchtlingsboot mit 760 Menschen, darunter viele schwangere Frauen und Kinder, angekommen. Drei Tage dauerte die Fahrt aus Libyen über das Mittelmeer, viele der Flüchtlinge litten an Unterkühlung und Erschöpfung. Nach Angaben des italienischen Roten Kreuzes gab es seit Bestehen des Notdienstes kein Flüchtlingsboot mit mehr Menschen an Bord. Die Menschen stammen überwiegend aus Nigeria, Pakistan und Mali.

Unterdessen setzt sich der Streit in Europa über die Aufnahme von rund 22.000 Tunesier, denen Italien einen Schengen-Aufenthaltstitel versprochen hat, fort. Frankreich verweigerte die Weiterfahrt von Zügen zwischen dem italienischen Ventimiglia und dem französischen Menton, weil sich Tunesier unter den Reisenden befanden. Auch die bayerische Landesregierung setzt alles daran, um die Einreise von tunesischen Migranten zu verhindern. Sie verstärkte die Schleierfahndung an der Grenze zu Österreich.

PRO ASYL sieht in dieser Debatte ein Ablenkungsmanöver von der humanitären Krise in Nordafrika. Die Flüchtlinge in und aus Libyen brauchen dringend Hilfe. In der libyschen Stadt Misurata warten Tausende Menschen auf ihre Evakuierung. UNHCR schätzt die Zahl der Binnenvertriebenen in Bengasi insgesamt auf mehr als 100.000.

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