13.07.2017
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Erschöpfte Flüchtlinge im "EU-Hotspot" Moria auf Lesbos, Oktober 2015. ©Salinia Stroux

PRO ASYL ist seit zehn Jahren in Griechenland aktiv, recherchiert zu Menschenrechtsverletzungen und setzt gemeinsam mit Partner*innen vor Ort Projekte zum Schutz von Flüchtlingen um. Auf See und an den Landgrenzen wurden menschenrechtswidrige Zurückweisungen dokumentiert. Den Opfern steht PRO ASYL mit Rechtshilfe zur Seite.

Um das langjährige Engagement zu verstetigen und als Reaktion auf die systematische Entrechtung und Verelendung von Schutzsuchenden in Griechenland durch den EU-Türkei-Deal hat PRO ASYL im Februar 2017 mit den langjährigen Projektpartner* innen »Refugee Support Aegean« (RSA) gegründet.

Die Mitarbeitenden, darunter Anwält*innen, Rechercheur*innen und Sozialarbeiter*innen, sind auf Chios, Lesbos und  in Athen aktiv. PRO ASYL hat nun eine Partnerorganisation in Griechenland, die Flüchtlingen zur Seite steht.

»Das Leben und die Menschenwürde zu verteidigen ist kein Luxus, sondern eine menschliche Pflicht und der letzte Widerstand gegen die Barbarei. «

Efi Latsoudi, Refugee Support Aegean

Die langjährigen Kooperationspartner*innen von PRO ASYL sind über Griechenland hinaus anerkannte Expert*innen, wie Efi Latsoudi, die 2016 mit dem Nansen-Preis, der höchsten Auszeichnung des UN-Flüchtlingskommissariats, ausgezeichnet wurde.

Ein neuer institutioneller Rahmen

Durch den neuen institutionellen Rahmen kann die Arbeit in Griechenland ausgeweitet und verstärkt strategisch gegen die Auswüchse der EU-Abschreckungspolitik vorgegangen werden. Eine Kernaufgabe ist es, Schutzsuchende vor Ort dabei zu unterstützen, ihre Rechte wahrzunehmen. Das Team übernimmt beispielsweise folgende Aufgaben:

  • Anwält*innen organisieren Klagen gegen im Rahmen des EU-Türkei- Deals geplante Abschiebungen. Im Jahr 2016 konnten sämtliche Abschiebungen von Menschen, die ein Schutzgesuch gestellt haben, durch Interventionen bei verschiedenen Gerichten verhindert werden, auch solche, die unmittelbar bevorstanden.
  • Die Mitarbeitenden untersuchen sogenannte Push-Backs. Dies sind Zurückweisungen, bei denen Fluchtlinge illegal in die Türkei zurückgebracht wurden.
  • Das Team kümmert sich vorrangig um Schwangere, Kinder, Kranke, Folteropfer, Verletzte und ältere Menschen und versucht, wenigstens diese aus den Lagern herauszubekommen.
  • Das Team hilft Flüchtlingen bei der Familienzusammenführung: Vor allem Familien, Mutter mit Kindern und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden unterstützt.
  • RSA recherchiert und dokumentiert die Situation in den Flüchtlingslagern auf den Ägäischen Inseln.

Helfen Sie uns, Flüchtlingen zu helfen – in Griechenland und anderswo. Unterstützen Sie die Arbeit von PRO ASYL durch eine Mitgliedschaft im Förderverein PRO ASYL e.V. oder durch eine Spende!

Dieser Beitrag erschien zuerst im Juni 2017 im „Heft zum Tag des Flüchtlings 2017“.


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