11.06.2014

PRO ASYL for­dert, den rund 80.000 Ange­hö­ri­gen von in Deutsch­land leben­den Syrern die Ein­rei­se zu gestat­ten. Schon vor dem Krieg gab es in Deutsch­land eine syri­sche Com­mu­ni­ty. Im Jahr des Bür­ger­kriegs­be­ginns, 2011, waren es bereits rund 33.000 syri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge. Hin­zu kommt eine unbe­kann­te Zahl deut­scher Staats­bür­ger syri­scher Her­kunft. Dem Wunsch der in Deutsch­land Leben­den, ihre Ange­hö­ri­gen zu sich zu holen, muss Deutsch­land nach­kom­men. Der Bund hat am 23. Dezem­ber 2013 die Auf­nah­me von 5.000 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen beschlos­sen. Die vor­lie­gen­den Anträ­ge für fast 80.000 Men­schen zei­gen den Bedarf.

PRO ASYL kri­ti­siert die sich abzeich­nen­de Eini­gung auf die Auf­nah­me wei­te­rer zehn­tau­send Flücht­lin­ge als unzu­rei­chend. Selbst­ge­schaf­fe­ne Pro­ble­me der deut­schen Büro­kra­tie dür­fen nicht zum Vor­wand für unzu­rei­chen­des Han­deln wer­den. PRO ASYL kri­ti­siert Aus­sa­gen ein­zel­ner Innen­mi­nis­ter. So sag­te z.B. der baden-würt­tem­ber­gi­sche Innen­mi­nis­ter Gall: „Da die Visa­er­tei­lung im Liba­non schlep­pend ver­läuft, soll­ten wir auf Sicht fah­ren.“ PRO ASYL erin­nert dar­an, dass die Nach­bar­staa­ten Syri­ens täg­lich oft tau­sen­de syri­sche Flücht­lin­ge auf­neh­men, im Liba­non leben rund eine Mil­li­on Flücht­lin­ge bei vier Mil­lio­nen Ein­woh­nern.

Von der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz muss ein star­kes Signal Rich­tung Euro­pa aus­ge­hen. Die Poli­tik der geschlos­se­nen Gren­zen treibt syri­sche Flücht­lin­ge in die Boo­te. „Wenn Geret­te­te Ange­hö­ri­ge in Deutsch­land haben, soll­te es selbst­ver­ständ­lich sein, dass sie hier­her wei­ter­rei­sen dür­fen“, for­der­te Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. Die Bun­des­re­gie­rung hält jedoch unnach­gie­big an der Dub­lin-III-Ver­ord­nung fest. Dem­nach ist das Land der Ein­rei­se in die EU für die Flücht­lin­ge zustän­dig.

Der Deut­sche Bun­des­tag hat eine euro­päi­sche Kon­fe­renz zur Auf­nah­me syri­scher Flücht­lin­ge gefor­dert. Wenn Deutsch­land und die ande­ren nörd­li­chen Staa­ten Euro­pas nicht bereit sind, ihren Anteil bei der Ret­tung und Auf­nah­me von Boots­flücht­lin­gen zu leis­ten, dürf­te die Bereit­schaft von Staa­ten wie Ita­li­en, Mal­ta und Grie­chen­land gering sein, wei­te­re syri­sche Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. PRO ASYL for­dert die Län­der der Euro­päi­schen Uni­on mit ihren mehr als 500 Mil­lio­nen Ein­woh­nern auf, gemein­sam syri­sche Flücht­lin­ge in einer sechs­stel­li­gen Zahl zur Ent­las­tung der Nach­bar­staa­ten auf­zu­neh­men.

Das Blei­be­recht und die geplan­ten Ver­schär­fun­gen im Auf­ent­halts­recht wer­den wei­te­re The­men der Pres­se­kon­fe­renz am 12. Juni 2014, 11 Uhr, im Haus der Evan­ge­li­schen Kir­che Bonn sein.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu syri­schen Flücht­lin­gen ent­hält unse­re Pres­se­er­klä­rung vom 21. Mai 2014

 Neu­er Syri­en-Auf­nah­me­be­schluss: Tür nur ein Spalt breit offen (23.07.14)

 Zur Auf­nah­me 10.000 wei­te­rer syri­scher Flücht­lin­ge (13.06.14)

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