01.02.2013

PRO ASYL begrüßt grund­sätz­lich die Bereit­schaft des Lan­des Hes­sen, syri­sche Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men. Die­se hat­te Hes­sens Innen­mi­nis­ter Boris Rhein gegen­über dem Hes­si­schen Rund­funk erklärt. Zuvor hat­ten sich bereits der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses im Deut­schen Bun­des­tag, Ruprecht Polenz (CDU) und der Men­schen­rechts­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Mar­kus Löning (FDP), für eine Auf­nah­me syri­scher Flücht­lin­ge in Deutsch­land aus­ge­spro­chen.

Den Wor­ten und Ankün­di­gun­gen ver­schie­de­ner Poli­ti­ker muss nun schnell die Umset­zung fol­gen. „Die Bun­des­re­gie­rung und die Lan­des­re­gie­run­gen dür­fen ein Ad-hoc-Auf­nah­me­pro­gramm nicht auf die lan­ge Bank schie­ben. Ange­sichts der dra­ma­ti­schen Situa­ti­on der Flücht­lin­ge aus Syri­en ist es uner­träg­lich, dass Euro­pa die Gren­zen für syri­sche Flücht­lin­ge geschlos­sen hält“, so Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL.

Selbst Flücht­lin­ge, die in Deutsch­land fami­liä­re Anknüp­fungs­punk­te haben, haben kaum Chan­cen auf eine gefah­ren­freie Ein­rei­se. Ein klei­ner Teil der Flücht­lin­ge ver­sucht auf eige­ne Faust Wege nach Euro­pa zu fin­den. Die­se Flucht­we­ge sind extrem gefähr­lich. In der Ägä­is kam es in den letz­ten Wochen wie­der­holt zu töd­li­chen Boots­ka­ta­stro­phen, der auch syri­sche Flücht­lin­ge zum Opfer fie­len.

In Bera­tungs­stel­len und bei PRO ASYL häu­fen sich Anru­fe ver­zwei­fel­ter in Deutsch­land leben­der syri­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger, die kei­ne Mög­lich­keit haben, Ver­wand­te zu sich zu holen. PRO ASYL for­dert eine groß­zü­gi­ge Visa­pra­xis, sodass auch erwach­se­ne Geschwis­ter, Schwa­ger oder Nef­fen nach Deutsch­land kom­men kön­nen.

Boris Rhein will die Auf­nah­me auf den „engs­ten Fami­li­en­kreis“ von in Deutsch­land leben­den Syrern beschrän­ken. Dies ist jedoch fatal: Wer sei­nen Ver­wand­ten hel­fen kann, sieht sich mora­lisch in der Pflicht, dies auch zu tun – die­se Ver­ant­wor­tung beschränkt sich nicht auf den engs­ten Fami­li­en­kreis. Es ist ein Gebot der Huma­ni­tät, Syrern, die über Bin­dun­gen zu Deutsch­land ver­fü­gen, die Ein­rei­se zu ermög­li­chen.

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