11.08.2010
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Foto: H. Schulze

Zahl­rei­che Men­schen star­ben bereits bei dem Ver­such, über die tür­kisch-grie­chi­sche Lan­des­gren­ze nach Euro­pa zu gelan­gen. Die meis­ten ertran­ken dabei im Grenz­fluss Evros. Doch was pas­siert mit den Toten, die dort auf­ge­fun­den wer­den? Akti­vis­ten vor Ort haben nun recher­chiert, dass kürz­lich auf der grie­chi­schen Sei­te ange­spül­te Leich­na­me nach der Unter­su­chung und Regis­trie­rung an einen Bestat­tungs­un­ter­neh­mer über­ge­ben

Zahl­rei­che Men­schen star­ben bereits bei dem Ver­such, über die tür­kisch-grie­chi­sche Lan­des­gren­ze nach Euro­pa zu gelan­gen. Die meis­ten ertran­ken dabei im Grenz­fluss Evros. Doch was pas­siert mit den Toten, die dort auf­ge­fun­den wer­den? Akti­vis­ten vor Ort haben nun recher­chiert, dass kürz­lich auf der grie­chi­schen Sei­te ange­spül­te Leich­na­me nach der Unter­su­chung und Regis­trie­rung an einen Bestat­tungs­un­ter­neh­mer über­ge­ben wur­den, der sie auf Kos­ten der Bezirks­re­gie­rung in ein Dorf in den Ber­gen brin­gen soll­te, um sie auf einem mus­li­mi­schen Fried­hof zu beer­di­gen.

Offen­bar befin­den sich die Leich­na­me der Toten aber statt­des­sen in einem Mas­sen­grab in einem unzu­gäng­li­chen Gelän­de. Ein Schild mit der Auf­schrift „Fried­hof der ille­ga­len Ein­wan­de­rer – Muf­tia von Evros“ kenn­zeich­net einen Ort, an dem ent­lang eines Sand­we­ges gro­ße Erd­lö­cher aus­ge­ho­ben und wie­der zuge­schüt­tet wur­den. Dar­in fin­den nach Ein­schät­zung der Akti­vis­ten min­des­tens 10 Leich­na­me Platz, falls sie nicht auch noch über­ein­an­der geschich­tet wur­den.

Wie die Recher­chen erga­ben, hat der Bestat­tungs­un­ter­neh­mer in die­sem Mas­sen­grab in den ver­gan­ge­nen Jah­ren 150 bis 200 Tote ver­scharrt. Eine Exhu­mie­rung ist nicht mehr mög­lich, falls Ange­hö­ri­ge die Leich­na­me iden­ti­fi­zie­ren und ange­mes­sen bestat­ten möch­ten. Eine Waschung und Beer­di­gung nach mus­li­mi­schen Gebräu­chen, wie es der Auf­trag der Bezirks­re­gie­rung war, fand wohl kaum statt. Noch im Tod wird Men­schen auf der Flucht so die Men­schen­wür­de ver­sagt.

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