31.08.2012
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Nach Ausbruch der Kämpfe im Norden Malis sind Hunderttausende Menschen in Flüchtlingscamps auf Hilfe angewiesen. Bild: UNHCR

Knapp eine halbe Million Menschen sind vor den gewalttätigen Kämpfen im Norden des Landes auf der Flucht. Sie benötigen dringend internationale Hilfe.

Ins­ge­samt rund 440.000 Flücht­lin­ge – mehr als 260.000 Men­schen, die in Nach­bar­staa­ten beim UN-Flücht­lings­kom­mis­sa­ri­at UNHCR um Schutz ersucht haben und 174.000 Bin­nen­flücht­lin­ge im Süden des Lan­des – das ist die dra­ma­ti­sche Zwi­schen­bi­lanz bis August 2012 des gewalt­tä­ti­gen Kon­flikts in Mali, so die Zah­len von OCHA, der huma­ni­tä­ren UN-Agen­tur (Office for the Coor­di­na­ti­on of Huma­ni­ta­ri­an Affairs). Seit Janu­ar 2012 erschüt­tern ins­be­son­de­re den Nor­den des Lan­des Kämp­fe, die hun­dert­tau­sen­de Men­schen zur Flucht zwin­gen.

Flücht­lin­ge sit­zen im Kampf­ge­biet fest

PRO ASYL unter­stützt in Mali den med­ico-Part­ner AME (Asso­cia­ti­on Mali­en­ne des Expul­sés), eine Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sa­ti­on von und für abge­scho­be­ne Migran­ten und Flücht­lin­ge in der mali­schen Haupt­stadt Bama­ko. Auch die Arbeit der AME wird durch die Kämp­fe im Nor­den des Lan­des beträcht­lich erschwert. Durch Mali ver­läuft eine der wich­tigs­ten Flucht­rou­ten aus den Län­dern süd­lich der Saha­ra in die Maghreb-Staa­ten und nach Euro­pa. Wie die AME berich­tet, sit­zen sowohl mali­sche Flücht­lin­ge als auch Schutz­su­chen­de aus den Län­dern süd­lich der Saha­ra  in der Wüs­ten­zo­ne im Nor­den des Lan­des fest. Die dor­ti­gen Kämp­fe zwi­schen der mali­schen Armee, den Tua­reg-Grup­pen und ver­schie­de­nen isla­mis­ti­schen Mili­zen gefähr­de­ten die ohne­hin schutz­lo­sen Flücht­lin­ge zusätz­lich, so AME-Spre­cher Alas­sa­ne Dicko.

Zahl­rei­che Ver­ge­wal­ti­gun­gen von Flücht­lings­frau­en

Der AME zufol­ge leben auch die­je­ni­gen, die im Süden des Lan­des Schutz suchen, unsi­cher, zahl­rei­che Flücht­lings­frau­en wur­den dort ver­ge­wal­tigt. Die AME berich­tet von zahl­rei­chen Ver­ge­wal­ti­gun­gen von Flücht­lings­frau­en. Die Asso­zia­ti­on ver­sucht in Bama­ko Betrof­fe­nen zu hel­fen. Sie erhal­ten Sofort­hil­fe und psy­cho­lo­gi­schen Bei­stand. Im Nor­den Malis unter­stützt die AME die Schutz­su­chen­den und die loka­le Bevöl­ke­rung mit Nah­rungs­mit­teln und Gel­dern für Rei­se- und Kom­mu­ni­ka­ti­on. Es ist drin­gend not­wen­dig, dass den Flücht­lin­gen, die in den Flücht­lings­la­gern in Mau­re­ta­ni­en und Bur­ki­na Faso fest­sit­zen, aber vor allem auch den Bin­nen­ver­trie­be­nen inter­na­tio­na­le Hil­fe zu Teil wird.

Quel­len:

Report von OCHRA (Office for the Coor­di­na­ti­on of Huma­ni­ta­ri­an Affairs)  

med­ico-Infor­ma­tio­nen zur Arbeit der Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on AME

Hin­ter­grund:

Düs­te­re Per­spek­ti­ven im Sahel (med­ico)  

 Mali­sche Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen kla­gen EU-Migra­ti­ons­po­li­tik an (11.08.14)

 Mali: Flücht­lin­ge berich­ten von Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen  (06.11.12)

 Kon­fe­renz­be­richt erschie­nen: Für das Recht zu gehen – und zu blei­ben (20.12.10)