15.09.2010
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Foto: ffmbildprojekt

In Österreich ist ein junger Asylsuchender an den Folgen eines Suizidversuchs gestorben. Der 16-jährige Afghane sollte nach Schweden abgeschoben werden und befand sich in „Schubhaft“ (der österreichische Begriff für die Abschiebungshaft). Er hatte gegenüber den Behörden mehrfach erwähnt, er sei Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden, wurde von den  Beamten jedoch ignoriert. Auch sein Alter wurde

In Österreich ist ein junger Asylsuchender an den Folgen eines Suizidversuchs gestorben. Der 16-jährige Afghane sollte nach Schweden abgeschoben werden und befand sich in „Schubhaft“ (der österreichische Begriff für die Abschiebungshaft). Er hatte gegenüber den Behörden mehrfach erwähnt, er sei Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden, wurde von den  Beamten jedoch ignoriert. Auch sein Alter wurde von den Behörden angezweifelt.

Der Afghane war laut dem österreichischen „Falter“ ein Jahr auf der Flucht. In einer Einrichtung in Schweden wurde er nach eigenen Angaben von einem anderen Asylbewerber sexuell missbraucht. Da die von ihm informierte Polizei nichts unternahm, floh er weiter nach Österreich. Er wollte unter keinen Umständen zurück nach Schweden und äußerte das wohl auch gegenüber den österreichischen Behörden. Der traumatisierte Minderjährige wurde trotz seiner Berichte in Schubhaft genommen, wo er sich nach zwei Wochen erhängte. Der Fall wurde erst jetzt bekannt, obwohl der junge Mann bereits im Juli seinen Verletzungen erlag. Der „Falter“ hat die Geschichte recherchiert und ausführlich dargestellt >>

Es gab dieses Jahr bereits mehrere Fälle von Suiziden in Abschiebungshaft:

 Abschiebungshaft ist und darf keine Strafe sein (15.02.12)

 Erneut Selbstmord in Abschiebungshaft (07.07.10)

 Jugendlicher erhängt sich in Abschiebungshaft in Hamburg (09.03.10)