01.09.2010
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Seit 20 Jahren gibt es in Meinersen bei Gifhorn (Niedersachsen) bereits ein Flüchtlingslager, aber viele Anwohner kennen dieses gar nicht – geschweige denn die katastrophalen Bedingungen unter denen Flüchtlinge dort leben müssen. Deswegen demonstrierten letztes Wochenende rund 200 Menschen gegen die Bedingungen der Unterbringung dort und den Lagerzwang in Deutschland. Unter ihnen waren auch 40

Seit 20 Jahren gibt es in Meinersen bei Gifhorn (Niedersachsen) bereits ein Flüchtlingslager, aber viele Anwohner kennen dieses gar nicht – geschweige denn die katastrophalen Bedingungen unter denen Flüchtlinge dort leben müssen. Deswegen demonstrierten letztes Wochenende rund 200 Menschen gegen die Bedingungen der Unterbringung dort und den Lagerzwang in Deutschland. Unter ihnen waren auch 40 Flüchtlinge, die in dem Lager untergebracht sind.

Im Vorfeld waren die Flüchtlinge seitens der Behörden unter Druck gesetzt worden. Es wurde mit Leistungskürzungen und sogar Abschiebungen gedroht, sollten Flüchtlingen an der Demonstration teilnehmen. Die Demonstranten kritisierten die beengten Wohnverhältnisse im Lager, fehlende sanitäre Einrichtungen und marode Innenwände. Aufgrund des knappen Wohnraumes gebe es praktisch kein Privatleben im Lager. Das Lager wird von der Unternehmensgruppe K & S aus Sottrum unterhalten, die sich auch in anderen Lagern durch besonders schlechte Bedingungen hervorgetan hat.

PRO ASYL kritisiert seit langem die Zwangsunterbringung in Sammelunterkünften. Eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und Geduldeten in Wohnungen ist nicht nur humaner, sondern auch günstiger. Im Landtag Niedersachsen ist  erst kürzlich von der grünen Fraktion ein Antrag zur dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen eingebracht worden.

Flyer „Man muss den Menschen sagen, wie das Leben im Lager ist“ >>

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