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Opfer der Flucht übers Meer: Ein angespülter somalischer Pass. Foto: Giorgos Moutafis

Standpunktpapier von PRO ASYL, medico international und Brot für die Welt zur europäischen Politik der Externalisierung von Grenzkontrollen, die zu schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Schutzsuchende führt.

Seit dem Som­mer 2015 haben Hun­dert­tau­sen­de Schutz­su­chen­de euro­päi­sche Gren­zen über­wun­den. Die euro­päi­schen Staats- und Regie­rungs­chefs set­zen seit­her alles dar­an, Kon­trol­le über die Flucht- und Migra­ti­ons­be­we­gun­gen zu gewin­nen: die offi­zi­el­le Rou­te über den Bal­kan ist blo­ckiert, die Abschie­bun­gen in die Tür­kei haben begon­nen. Zen­tra­le Stra­te­gie der EU ist die Vor­ver­la­ge­rung von Grenz­kon­trol­len in Tran­sit- und Her­kunfts­län­der – in die Tür­kei, aber auch bis weit in west- und ost­afri­ka­ni­sche Staa­ten. An Euro­pas Außen­gren­zen geht das Mas­sen­ster­ben wei­ter, die EU ist bereit, das indi­vi­du­el­le Recht auf Asyl ihrer Poli­tik der Ver­si­cher­heit­li­chung und Abwehr zu opfern. Kon­zer­tier­te Ant­wor­ten aus der Zivil­ge­sell­schaft sind drin­gend gebo­ten.

Die euro­päi­sche Poli­tik der Exter­na­li­sie­rung von Grenz­kon­trol­len, die zu schwe­ren Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen gegen Schutz­su­chen­de und Migran­tIn­nen führt, haben Brot für die Welt, med­ico inter­na­tio­nal und PRO ASYL immer wie­der vehe­ment kri­ti­siert – über die gemein­sam mit Süd­part­nern erar­bei­te­te Publi­ka­ti­on »Im Schat­ten der Zita­del­le« (2013), Dis­kus­si­ons­fo­ren bei Welt­so­zi­al­fo­ren und gemein­sa­me Ver­an­stal­tun­gen. Auch die Kon­fe­renz »Aus den Augen, aus dem Sinn« am 23. Febru­ar 2016 bot einen Rah­men für Aus­tausch und Ver­net­zung von Flücht­lings-, Men­schen­rechts- und Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen aus Län­dern Afri­kas, dem Nahen Osten und Euro­pas. Die repres­si­ve Poli­tik und Abwehr­hal­tung gegen­über Flücht­lin­gen ist aus men­schen­recht­li­cher und frie­dens­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve inak­zep­ta­bel, so der ein­stim­mi­ge Befund, der aus die­ser Zusam­men­ar­beit klar her­vor­ge­gan­gen ist.

Externalisierungspolitik mit neuer Dimension

Das Jahr 2016 steht in Euro­pa im Zei­chen einer for­cier­ten Poli­tik der Vor- und Aus­la­ge­rung von Flucht- und Migra­ti­ons­kon­trol­le. Doch die Abwehr- und Exter­na­li­sie­rungs­stra­te­gi­en der EU sind kei­nes­wegs neu. Von der Kon­fe­renz von Rabat im Juli 2006 über den im Novem­ber 2014 initi­ier­ten Khar­to­um-Pro­zess bis hin zur im ver­gan­ge­nen Jahr inten­si­vier­ten Zusam­men­ar­beit der EU mit der Tür­kei und dem EU-Afri­ka-Gip­fel in Val­let­ta wur­den von der EU und ihren Mit­glieds­staa­ten zahl­rei­che Akti­ons­plä­ne, Pro­gram­me und Pro­jek­te auf­ge­legt. Die­se haben das Ziel, Migran­tin­nen, Migran­ten und Flücht­lin­ge mög­lichst noch vor Errei­chen der euro­päi­schen Außen­gren­zen auf­zu­hal­ten. Für sie wird es immer schwie­ri­ger, ihre Her­kunfts­län­der über­haupt zu ver­las­sen und Tran­sit­staa­ten zu pas­sie­ren, bevor sie an die euro­päi­sche Außen­gren­ze gelan­gen. Gleich­zei­tig steigt für sie die Gefahr, in ein nicht siche­res Her­kunfts- oder Tran­sit­land zurück­ge­schickt zu wer­den.

Ursprungs- und Tran­sit­re­gio­nen, bei­spiels­wei­se die Staa­ten Mali, der Niger oder die Tür­kei, die alle in die Siche­rung der Gren­zen und Abwehr von Schutz­su­chen­den, Migran­tin­nen und Migran­ten ein­ge­bun­den wer­den, erhal­ten dafür hohe Geld­sum­men. Sie flie­ßen in Grenz­kon­troll­tech­nik, Schu­lun­gen der Grenz­po­li­zei, Rück­über­nah­me­ab­kom­men, gemein­sa­me Grenz­pa­trouil­len – nicht jedoch in tat­säch­li­che Schutz­kon­zep­te oder ver­bes­ser­te Auf­nah­me­be­din­gun­gen. Auch bei der Bekämp­fung von »Schlep­pern« sol­len Her­kunfts- und Tran­sit­län­der mit­wir­ken. Die­se Maß­nah­men wer­den als Schutz­maß­nah­men für Flücht­lin­ge, Migran­tin­nen und Migran­ten dekla­riert, besei­ti­gen jedoch nicht die Grün­de, die Men­schen in die Flucht trei­ben. Statt Flücht­lin­ge zu schüt­zen, füh­ren sie dazu, dass die­se immer gefähr­li­che­re Wege auf sich neh­men müs­sen und dabei auf die Diens­te von oft zwei­fel­haf­ten Flucht­hel­fern ange­wie­sen sind.

Die Pro­zes­se und Ver­hand­lun­gen der skiz­zier­ten Koope­ra­tio­nen sind meist intrans­pa­rent und wer­den abseits der Öffent­lich­keit geführt. Dies erschwert eine kri­ti­sche Beglei­tung durch die Zivil­ge­sell­schaft. Tran­sit- und Her­kunfts­län­der wer­den in den Ver­hand­lun­gen mit der EU und ihren Mit­glied­staa­ten regel­recht zu Vasal­len­staa­ten degra­diert, denen für Leis­tun­gen bei der Migra­ti­ons­be­kämp­fung ent­we­der Gel­der, Visa­li­be­ra­li­sie­rung oder vage Mobi­li­täts­zu­ge­ständ­nis­se für aus­ge­wähl­te Grup­pen in Aus­sicht gestellt wer­den. Staa­ten, die sich nicht koope­ra­ti­ons­be­reit zei­gen, müss­ten hin­ge­gen mit Stra­fen wie Han­dels­sank­tio­nen oder Embar­gos rech­nen.

Nach dem Mot­to »Aus den Augen, aus dem Sinn« zielt Euro­pas Poli­tik der Exter­na­li­sie­rung auf ein Unsicht­bar­ma­chen von Geflüch­te­ten und Migrant*innen der gegen sie ver­üb­ten Rechts­ver­let­zun­gen und der tat­säch­li­chen Ursa­chen von Flucht und Ver­trei­bung.

Interessenspolitik auf Kosten von Menschenrechten

Um die euro­päi­schen Gren­zen im Auf­trag der EU gegen Migran­tin­nen, Migran­ten und Flücht­lin­ge »abzu­si­chern«, wer­den Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in den Her­kunfts- und Tran­sit­län­dern in Kauf genom­men. Grenz­be­am­te gehen mit mas­si­ver Gewalt gegen Geflüch­te­te und Migra­ti­ons­wil­li­ge vor. Auf dem Papier fin­den sich zwar auch Maß­nah­men zum Flücht­lings­schutz und Flucht­ur­sa­chen­be­kämp­fung, die in der Pra­xis jedoch nicht ein­ge­löst wer­den. Flucht­grün­de wer­den im Gegen­teil sogar ver­stärkt, indem Regime, die für Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, Gewalt und Ver­fol­gung ver­ant­wort­lich sind, in die Grenz­si­che­run­gen ein­be­zo­gen wer­den und somit zusätz­li­che Legi­ti­ma­ti­on erfah­ren.

Auch die Aus­wir­kun­gen der Exter­na­li­sie­rungs­po­li­tik auf die Gesell­schaf­ten der Her­kunfts- und Tran­sit­län­der, die Euro­pa für die eige­ne Migra­ti­ons­kon­trol­le in den Dienst nimmt, sind dra­ma­tisch. Regio­na­le und natio­nal­staat­li­che Kon­flik­te in den Gesell­schaf­ten der Her­kunfts- und Tran­sit­län­der wer­den ver­schärft, wenn Men­schen gegen ihren Wil­len fest­ge­hal­ten und Gren­zen auf­ge­rüs­tet wer­den. Fra­gi­le gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Ver­hält­nis­se, wie bei­spiels­wei­se am Horn von Afri­ka, wer­den so zusätz­lich belas­tet. Flücht­lin­ge, Migran­tin­nen und Migran­ten wer­den als Gegen­leis­tung für finan­zi­el­le Auf­wen­dun­gen aus Euro­pa bewusst in Tran­sit­län­dern fest­ge­hal­ten, wo es ihnen kaum mög­lich ist, ihren Lebens­un­ter­halt zu ver­die­nen. Ein ver­zwei­fel­tes Leben in der War­te­schlei­fe ist die Fol­ge. Ras­sis­mus und Xeno­pho­bie gegen­über Flücht­lin­gen, Migran­tin­nen und Migran­ten ver­schär­fen sich als Kon­se­quenz der Stig­ma­ti­sie­rung und Kri­mi­na­li­sie­rung, die von Poli­tik und Medi­en vor­an­ge­trie­ben wer­den.

Die Erfah­run­gen der Schutz­su­chen­den, Migran­tin­nen und Migran­ten, ob in der Tür­kei, Marok­ko oder Mau­re­ta­ni­en, las­sen ver­mu­ten, dass sich die Euro­päi­sche Uni­on nur so lan­ge um die Ein­hal­tung von men­schen­recht­li­chen Stan­dards bemüht und auch die Insti­tu­tio­nen zum Schutz der Stan­dards nur dann stärkt, so lan­ge ihre eige­nen Inter­es­sen nicht betrof­fen sind. Statt groß­zü­gig Schutz­su­chen­de auf­zu­neh­men, an die gro­ße Soli­da­ri­tät inner­halb der Zivil­ge­sell­schaft anzu­knüp­fen und die­se zu stär­ken, die See­not­ret­tung zu ver­bes­sern, die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung und lega­le (Weiter)reise nach und inner­halb Euro­pas zu ermög­li­chen, heißt die Devi­se Ver­drän­gung und Abschot­tung.

Immer mehr Men­schen wer­den vor den Außen­gren­zen der Euro­päi­schen Uni­on ihrer Rech­te beraubt und schutz­los gestellt. Mit dem flücht­lings­feind­li­chen EU-Tür­kei-Deal wer­den Men­schen­rech­te aus­ge­he­belt und dem inter­es­sen­ge­lei­te­ten und skru­pel­lo­sen Vor­ge­hen der EU geop­fert. Die Tür­kei soll dafür sor­gen, dass die Flucht­be­we­gun­gen über die Ägä­is nach Grie­chen­land gestoppt wer­den. Im Gegen­zug wer­den Erdo­gans Regie­rung dafür bis zu sechs Mil­li­ar­den Euro Hilfs­gel­der sowie Visa­er­leich­te­run­gen für tür­ki­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge in Aus­sicht gestellt. Vor­aus­set­zung dafür, dass die Flücht­lin­ge ohne wei­te­res aus Grie­chen­land in die Tür­kei abge­scho­ben wer­den kön­nen, ist die Ein­stu­fung als »siche­rer Dritt­staat« – was ange­sichts der all­ge­mei­nen Men­schen­rechts­la­ge, der kata­stro­pha­len Situa­ti­on von Schutz­su­chen­den im Land und dem regio­na­len Vor­be­halt der Tür­kei zur Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on voll­kom­men inak­zep­ta­bel ist. Schutz­su­chen­den, die in die Tür­kei abge­scho­ben wer­den, droht will­kür­li­che Inhaf­tie­rung und die Abschie­bung bis in Kriegs­ge­bie­te.

Im Novem­ber 2014 stieß die EU mit dem »Khar­to­um-Pro­zess« einen wei­te­ren skan­dal­träch­ti­gen Koope­ra­ti­ons­rah­men mit den Staa­ten am Horn von Afri­ka an. Mit Regi­men wie der Mili­tär­dik­ta­tur unter Isay­as Afe­werki in Eri­trea oder des vom Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof gesuch­ten suda­ne­si­schen Dik­ta­tors, Omar Al-Bas­hir, soll bei der Bekämp­fung »ille­ga­ler« Migra­ti­ons­be­we­gun­gen koope­riert wer­den. Inter­ne EU-Doku­men­te bele­gen weit­rei­chen­de Plä­ne zur Ver­bes­se­rung des Grenz­ma­nage­ments – Hilfs­leis­tun­gen im Inter­es­se der Flucht­ver­hin­de­rung. Sie flie­ßen an Regime, die zu den zen­trals­ten Flucht­ver­ur­sa­chern gehö­ren.

Die Bedürf­nis­se und Wün­sche der ein­zel­nen Flücht­lin­ge und Migrant*innen und das Wohl und die Inter­es­sen ihrer Her­kunfts­ge­sell­schaf­ten müs­sen in den Blick genom­men wer­den und prä­gend sein für eine gemein­sa­me Migra­ti­ons- und Flücht­lings­po­li­tik von Her­kunfts-, Tran­sit- und Ziel­län­dern.

Für die Einlösung des Rechts auf Asyl

Die Wür­de des Men­schen und die sich dar­aus ablei­ten­den Rech­te, dar­un­ter auch das Recht auf Asyl, sind nicht ver­han­del­bar. In zahl­rei­chen völ­ker­recht­li­chen Abkom­men haben sich die EU und ihre Mit­glieds­staa­ten zum Recht auf Asyl bekannt. Die Flucht- und Migra­ti­ons­po­li­tik stellt die­ses Recht  mit ihrer Poli­tik der Exter­na­li­sie­rung zuneh­mend zur Dis­po­si­ti­on. Die dis­ku­tier­ten Ober­gren­zen und Kon­tin­gen­te für die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen, die einem Teil der Men­schen die Wahr­neh­mung die­ser Rech­te ver­weh­ren, füh­ren den Begriff des Rechts ad absur­dum und stel­len das indi­vi­du­el­le Recht auf Asyl voll­stän­dig in Fra­ge. Men­schen müs­sen die Mög­lich­keit haben bei Bedro­hung ihres eige­nen Lebens in siche­ren Län­dern Schutz zu fin­den. Die­ses Recht muss gestärkt wer­den, statt es immer wei­ter aus­zu­höh­len. Um es zu gewähr­leis­ten, müs­sen lega­le und siche­re Wege geschaf­fen wer­den, die es Men­schen ermög­li­chen ohne Ein­satz ihres Lebens Schutz zu fin­den. Der Kampf gegen soge­nann­te Schlep­per und Schleu­ser – zuneh­mend mit mili­tä­ri­schen Mit­teln – läuft ins Lee­re, wenn die­se lega­len und siche­ren Zugangs­we­ge wei­ter­hin ver­wehrt wer­den.

Not­wen­dig ist eine men­schen­rechts­ba­sier­te Flücht­lings- und Migra­ti­ons­po­li­tik, die auf Soli­da­ri­tät und Ver­ant­wor­tung fußt. Eben­so drin­gend braucht es einen grund­le­gen­den Per­spek­tiv- und Poli­tik­wech­sel, der eine Hin­wen­dung zu mensch­li­cher Ent­wick­lung und Abkehr von Mili­ta­ri­sie­rung und Ver­si­cher­heit­li­chung ermög­licht.

Vor­aus­set­zung hier­für wäre die Ein­sicht, dass Pro­ble­me und Kri­sen in der glo­ba­li­sier­ten Welt mit­ein­an­der ver­netzt sind und sich nicht ohne wei­te­res regio­nal ein­he­gen las­sen. Eine »Bekämp­fung von Flucht­ur­sa­chen«, die ihrem Begriff gerecht wird, setzt zunächst die Ein­sicht vor­aus, dass sich Ursa­chen von Flucht nicht iso­liert in den Her­kunfts­län­dern »bekämp­fen« las­sen, wie es man­che Ver­laut­ba­run­gen aus der Poli­tik nahe­le­gen. Viel­fach ver­wei­sen die Flucht­be­we­gun­gen auf eine Ver­ant­wor­tung, die direkt in Euro­pa zu suchen ist: Waf­fen­ex­por­te und kurz­sich­ti­ge Inter­ven­tio­nen, die Kon­flik­te wei­ter anhei­zen statt trag­fä­hi­ge Frie­dens­per­spek­ti­ven zu schaf­fen, unfai­re Han­dels­be­din­gun­gen, die loka­le Märk­te rui­nie­ren, aber auch Treib­haus­gas­emis­sio­nen und der hier­durch ver­ur­sach­te Kli­ma­wan­del, der die Lebens­grund­la­gen vie­ler Men­schen zunich­temacht, ver­lan­gen nach grund­le­gen­den poli­ti­schen Ant­wor­ten.

Hier­bei muss auch die Ent­wick­lungs­hil­fe ihrer Auf­ga­be gerecht wer­den und darf nicht dafür miss­braucht wer­den, bei Her­kunfts- und Tran­sit­län­dern Zuge­ständ­nis­se für eine Koope­ra­ti­on in der Flucht- und Migra­ti­ons­kon­trol­le her­bei­zu­füh­ren. Die Kon­di­tio­na­li­sie­rung der für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit vor­ge­se­he­nen Gel­der für Grenz­si­che­rung und Flucht­ver­hin­de­rung darf nicht fort­ge­setzt wer­den.

Nach dem Mot­to »Aus den Augen, aus dem Sinn« zielt Euro­pas Poli­tik der Exter­na­li­sie­rung auf ein Unsicht­bar­ma­chen von Geflüch­te­ten, Migran­tin­nen und Migran­ten, der gegen sie ver­üb­ten Rechts­ver­let­zun­gen und der tat­säch­li­chen Ursa­chen von Flucht und Ver­trei­bung. Eine huma­ne und soli­da­ri­sche Flücht­lings­po­li­tik müss­te genau hier anset­zen: Die Bedürf­nis­se und Wün­sche der ein­zel­nen Migran­tin­nen, Migran­ten und Flücht­lin­ge und das Wohl und die Inter­es­sen ihrer Her­kunfts­ge­sell­schaf­ten müs­sen in den Blick genom­men wer­den und prä­gend sein für eine gemein­sa­me Migra­ti­ons- und Flücht­lings­po­li­tik von Her­kunfts-, Tran­sit- und Ziel­län­dern. Das ver­gan­ge­ne Jahr hat ein­mal mehr gezeigt: die­se Ant­wort muss von einem soli­da­ri­schen Euro­pa der sozia­len Bewe­gung aus­ge­hen, mit­hil­fe der unver­zicht­ba­ren Ver­net­zung über euro­päi­sche Gren­zen hin­aus – von den gesell­schaft­li­chen Kräf­ten, die sich für die Rech­te von Flücht­lin­gen und ein welt­of­fe­nes Euro­pa ein­set­zen.


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