Das START-Schülerstipendium fördert engagierte Jungendliche mit Migrationsbiographie. Die Stiftung PRO ASYL unterstützt das Programm, um insbesondere jungen Flüchtlingen eine Perspektive zu geben..

Seit 2002 gibt es das START-Schülerstipendium für engagierte Jungendliche mit Migrationsbiographie. Auch junge Flüchtlinge und Kinder von Flüchtlingen werden im Rahmen des Programms gefördert. Leben im Lager, Einschränkung der Bewegungsfreiheit durch Residenzpflicht und verordnete Armut durch das Asylbewerberleistungsgesetz müssen viele von ihnen täglich erleben. Einige leben jahrelang in ständiger Angst vor der Abschiebung. Durch die Kooperation mit START setzt sich die Stiftung PRO ASYL für diese Jugendlichen ein.

Sie besucht die elfte Klasse, spricht sechs Sprachen fließend, engagiert sich in der Gemeindearbeit und spielt Fußball. Bis vor kurzem lebte sie mit ihrer Familie noch in einem Flüchtlingsheim. Diana, 15, wird durch PRO ASYL mit einem START-Stipendium unterstützt. Im Interview spricht sie unter anderem darüber, was es heißt, in Deutschland nur „geduldet“ zu sein.
Bejan (15) kam vor knapp zwei Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Heute gibt er bereits Deutschkurse für andere Flüchtlinge, bald geht er in die Oberstufe. Die STIFTUNG PRO ASYL fördert in Kooperation mit der Start-Stiftung junge Flüchtlinge wie Bejan auf ihrem Bildungsweg. Über das Ankommen und Leben in der hessischen Provinz, seine Träume und ein lang ersehntes Widersehen - erzählt Bejan im Interview.

Durch das START-Stipendium erhalten sie ein monatliches Bildungsgeld, eine PC-Grundausstattung mit Internetanschluss sowie intensive Beratung und Begleitung. Sie nehmen an zahlreichen Bildungsveranstaltungen im Rahmen des Stipendiums teil. Sie erwerben Kompetenzen, die ihnen helfen, für sich selbst einzustehen und sich in der Gesellschaft zu engagieren. Sie werden Teil eines Netzwerks von Stipendiatinnen und Stipendiaten aus ganz Deutschland.

»Ich habe jahrelang unter menschenunwürdigen Verhältnissen in einem Asylheim gelebt. Ich hatte keinerlei Unterstützung von der Gesellschaft. Ich wurde zu oft nach meiner Herkunft beurteilt. Ich erzähle Ihnen dies heute nicht, um Mitleid zu erregen. Ich erzähle es Ihnen, als eines von vielen Beispielen, von wo wir Start-Stipendiaten, aber auch andere Kinder mit Zuwanderungsgeschichte, starten mussten.«

Abdullah Celik, Sprecher der START Stipendiatinnen und Stipendiaten in NRW 2010

Die STIFTUNG PRO ASYL unterstützt START, um für einige junge Flüchtlinge individuelle Perspektiven schaffen. Doch um das gesellschaftliche Problem langjähriger, struktureller Ausgrenzung zu lösen, muss etwas auf politischer Ebene geschehen. PRO ASYL fordert, diskriminierende Sondergesetzgebungen abzuschaffen und hier aufwachsenden Flüchtlingen Lebensperspektiven zu ermöglichen.