04.08.2011

Nach Berich­ten grie­chi­scher Medi­en hat Grie­chen­land in der Evros-Grenz­re­gi­on zur Tür­kei mit dem Aus­he­ben eines 30 m brei­ten und 7 m tie­fen Gra­bens begon­nen. Die ers­ten 14,5 km bei der Ort­schaft Ores­tia­da sei­en bereits fer­tig. In der End­pha­se, so die Athe­ner Zei­tung „To Vima“ sol­le die neue Grenz­be­fes­ti­gung nach dem Modell Pan­zer­gra­ben 120 km lang sein, nach ande­ren Berich­ten ca. 20 km.

PRO ASYL kri­ti­siert, dass Grie­chen­land seit lan­gem admi­nis­tra­tiv und poli­tisch unfä­hig ist, ein men­schen­wür­di­ges Auf­nah­me- und Asy­l­ent­schei­dungs­sys­tem auf­zu­bau­en, gleich­zei­tig aber – offen­bar mit euro­päi­scher Unter­stüt­zung – in die­ses Gra­ben­pro­jekt inves­tiert.

Unklar bleibt bis­her, inwie­weit es sich bei dem aktu­el­len Pro­jekt um eine ers­te Aus­bau­stu­fe eines bereits frü­her ange­kün­dig­ten Grenz­be­fes­ti­gungs­pro­jek­tes auf High­tech­ni­veau han­delt.

Nicht erst seit der Ver­schär­fung der poli­ti­schen Situa­ti­on in Syri­en und ande­ren Staa­ten ver­su­chen Flücht­lin­ge über die Evros-Gren­ze nach Grie­chen­land zu gelan­gen. Auf grie­chi­scher Sei­te wer­den sie als ille­ga­le Migran­ten betrach­tet und fast aus­nahms­los in kata­stro­pha­len Haft­zen­tren fest­ge­setzt.

Das Com­mit­tee for the Pre­ven­ti­on of Tor­tu­re (CPT) hat erst in die­sem Jahr fest­ge­stellt, dass die Zahl der unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen in Poli­zei­sta­tio­nen und Haft­zen­tren fest­ge­hal­te­nen Men­schen trotz gegen­tei­li­ger Ver­si­che­rung der grie­chi­schen Regie­rung zuge­nom­men habe, wäh­rend die Lebens­ver­hält­nis­se dort sich noch ver­schärft hät­ten.

„Grie­chen­lands neu­er Pan­zer­gra­ben ist ein Sym­bol: Er steht einer­seits für die Ver­tie­fung der Grä­ben in Rich­tung Tür­kei und ist damit eine Ver­beu­gung vor natio­na­lis­ti­schen Strö­mun­gen im eige­nen Land. Und er ist ein Gra­ben gegen die Men­schen­rech­te von Flücht­lin­gen. Die Regie­rung Papan­dre­ou zeigt, dass sie in Abschot­tung inves­tie­ren will statt in ein Auf­nah­me­sys­tem“, so Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL.

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