05.10.2009
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Am kom­men­den Mitt­woch, den 07. Okto­ber 2009, wird das Urteil im Pro­zess gegen Ste­fan Schmidt und Eli­as Bier­del wegen der Ret­tung von 37 Flücht­lin­gen in See­not ver­kün­det. Die Staats­an­walt­schaft for­der­te vier Jah­re Haft und eine Stra­fe von jeweils 400.000 Euro. Die Urteils­ver­kün­dung wird vor Ort u.a. von Karl Kopp, Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL, beob­ach­tet. Zudem

Am kom­men­den Mitt­woch, den 07. Okto­ber 2009, wird das Urteil im Pro­zess gegen Ste­fan Schmidt und Eli­as Bier­del wegen der Ret­tung von 37 Flücht­lin­gen in See­not ver­kün­det. Die Staats­an­walt­schaft for­der­te vier Jah­re Haft und eine Stra­fe von jeweils 400.000 Euro. Die Urteils­ver­kün­dung wird vor Ort u.a. von Karl Kopp, Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL, beob­ach­tet. Zudem ste­hen in Ita­li­en auch sie­ben tune­si­sche Fischer vor Gericht, die vor zwei Jah­ren 45 Schiffs­brü­chi­gen das Leben ret­te­ten und nun wegen För­de­rung „ille­ga­ler Ein­rei­se“ ange­klagt sind. Ihr Urteil ist kurz­fris­tig ver­scho­ben wor­den und wird nun­mehr für den 17. Novem­ber 2009 erwar­tet.

„Eine Ver­ur­tei­lung wäre ein fata­les Signal“, so Karl Kopp, „die Kri­mi­na­li­sie­rung huma­ni­tä­rer Hil­fe gefähr­det Men­schen­le­ben.“ Erst kürz­lich ver­hun­ger­ten und ver­durs­te­ten über 70 Boots­flücht­lin­ge auf dem Weg von Liby­en nach Euro­pa – die fünf Über­len­den berich­ten, dass zahl­rei­che Schif­fe vor­bei­fuh­ren, ohne zu hel­fen.

Hin­ter­grund: Das deut­sche Schiff Cap Ana­mur ret­te­te im Juni 2004 37 Men­schen aus See­not. Für die­se Ret­tungs­tat ste­hen Ste­fan Schmidt und Eli­as Bier­del in Ita­li­en vor Gericht. Den bei­den Lebens­ret­tern dro­hen Haft, exor­bi­tan­te Geld­stra­fen und wei­te­re zer­mür­ben­de Jah­re in der nächs­ten Gerichts­in­stanz. PRO ASYL und die BAG Asyl in der Kir­che rufen im Rah­men einer Soli­da­ri­täts­ak­ti­on dazu auf, sich aktiv mit Pro­test­mails und – aktio­nen an das ita­lie­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um zu wen­den. Über 5000 Ein­zel­per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen aus 25 Staa­ten haben mitt­ler­wei­le den Appell „Huma­ni­tä­re Hil­fe ist kein Ver­bre­chen“ unter­zeich­net.

Der Hes­si­sche Flücht­lings­rat und PRO ASYL rufen für Diens­tag, den 06. Okto­ber 2009, zu einer Kund­ge­bung und Mahn­wa­che unter dem Mot­to „Huma­ni­tä­re Hil­fe ist kein Ver­bre­chen!“ um 11:00 Uhr vor dem Ita­lie­ni­schen Gene­ral­kon­su­lat in Frank­furt am Main (Ket­ten­hof­weg 1 Ecke Bocken­hei­mer Land­stra­ße) auf. Dabei wer­den sym­bo­lisch 37 Ret­tungs­rin­ge für die 37 geret­te­ten Men­schen­le­ben aus­ge­legt.

 Lebens­ret­ter ver­ur­teilt (18.11.09)

 Cap Ana­mur-Pro­zess: Frei­spruch für Kapi­tän Ste­fan Schmidt und Eli­as Bier­del (07.10.09)