20.07.2011
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"Level-4-Ausschaffung" - Rekonstruktion der lebensbedrohlichen Ganzkörperfesselung.

Die Schweiz will ihre Abschiebungserfahrungen mit Frontex teilen. Die Schweiz verfügt über Erfahrungen, die für Flüchtlinge bereits tödliche Folgen hatten.

Die Schweiz und Fron­tex pla­nen offen­bar ein gemein­sa­mes Aus­bil­dungs­pro­gramm für Beam­te, die Abschie­bun­gen durch­füh­ren. Dabei will die Schweiz ihre Erfah­run­gen in die Arbeit der EU-Grenz­schutz­agen­tur ein­brin­gen. Das berich­te­te das Schwei­zer Radio und Fern­se­hen SRF.

In Sachen Abschie­bun­gen ver­fügt die Schweiz in der Tat über eini­ge Erfah­run­gen– dar­un­ter auch über sol­che mit töd­li­chen Fol­gen. Bei den soge­nann­ten „Level 4“-Abschiebungen, bei denen die Schwei­zer Behör­den von star­kem Wider­stand der Betrof­fe­nen aus­ge­hen, kam in der Ver­gan­gen­heit eine in die­sem Video der Initia­ti­ve „Augen auf“ doku­men­tier­te Ganz­kör­per­fes­se­lung zum Ein­satz. Wäh­rend der Fes­sel­lung erlitt  Sam­son Chuk­wu im Mai 2001 den lage­be­ding­ten Ersti­ckungs­tod, im März 2010 starb Joseph Ndu­ka­ku Chiak­wa wäh­rend der an ihm prak­ti­zier­ten Zwangs­fes­se­lung auf dem Flug­ha­fen Zürich.

Beim letz­ten „Aus­schaf­fungs­flug“ nach Nige­ria ver­zich­te­ten die Schwei­zer Behör­den daher auf die Ganz­kör­per­fes­sel­lung – statt­des­sen wur­de einer der an Hän­den und Füßen gefes­sel­ten Betrof­fe­nen von einer Über­macht von Poli­zis­ten mit Faust- und Stock­schlä­gen trak­tiert.

 Fes­tung Schweiz: Kur­zer Pro­zess, Son­der­la­ger für „reni­ten­te“ Asyl­su­chen­de (11.06.13)