10.02.2012
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Am Samstag, den 11.02.2012 wird in Hildesheim für ein Rückkehrrecht der 2005 abgeschobenen Gazale Salame und ihrer Kinder demonstriert. Auch in Freiburg findet eine Demonstration gegen Abschiebungen statt. Am Montag folgen Demonstrationen von Flüchtlingen und UnterstützerInnen in Nürnberg und Würzburg.

Am 10. Februar 2005 wurde die Familie Salame/Siala durch die Abschiebung der schwangeren Mutter Gazale und ihres Kleinkinds in die Türkei auseinandergerissen. Der Vater Ahmed Siala blieb mit den beiden älteren Töchtern zurück. Gazale wurde dabei mit ihren beiden Kindern in ein Land abgeschoben, das sie nicht kannte: Die Eltern sind Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon. Sie flohen als kleine Kinder aus Beirut nach Deutschland und haben in der Türkei keine Wurzeln.

Gazale lebte 17 Jahre in Deutschland, Ahmed ist seit 26 Jahren hier. Seit sieben Jahren kämpft die Familie verzweifelt um ein gemeinsames Aufenthaltsrecht in Deutschland. Zuletzt wandte sich Heiko Kauffmann von PRO ASYL mit einem offenen Brief an Niedersachsens Ministerpräsidenten McAllister und forderte ihn auf, die Verletzung der Kinderrechtskonvention sowie der Europäischen Menschenrechtskonvention im Fall der Familie Siala / Salame endlich zu beenden und Gazale Salame die Rückkehr zu ihrer Familie zu ermöglichen. Den Appell an den Ministerpräsidenten McAllister zur Ermöglichung der Rückkehr von Gazale Salame und ihrer Kinder haben bereits mehr als 1400 Menschen unterzeichnet.

Immer wieder haben zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer der Familie für ein Rückkehrrecht Gazales demonstriert. Auch zum siebten Jahrestag der Abschiebung findet unter dem Motto „Unser Grundgesetz schützt alle Familien – Holt Gazale und ihre Kinder endlich zurück nach Hildesheim“ um 11 Uhr eine Demonstration in Hildesheim am Kreishaus statt. „Diese behördlich und staatlich in Kauf genommene Zerstörung einer Familie ist – in einem demokratischen Verfassungsstaat – ein Akt unfassbarer Menschenverachtung,“ so Heiko Kauffman in seiner Rede zur Demonstration am Samstag.

Auch in Freiburg im Breisgau wird am Samstag gegen Abschiebungen demonstriert – im Aufruf zur Demonstration wird auf einen Fall einer Abschiebung aus dem Standesamt heraus aufmerksam gemacht. „Am Freitag, den 16. Dezember 2011, wollte Ljuljeta Ademaj auf dem Freiburger Standesamt zusammen mit ihrem künftigen Ehemann ihr Aufgebot bestellen. Es kam jedoch anders. Sie wurde verhaftet, in Handschellen abgeführt und am 12. Januar 2012 vom Baden-Airpark mit einem Sammelabschiebeflug nach fast 20jährigem Duldungsstatus abgeschoben“, heißt es im Demonstrationsaufruf. Die Demonstration hat das Motto „Wer bleiben will, soll bleiben! Gegen Überwachung und Abschiebung!“ und beginnt um 13.00 Uhr an der Johanneskirche in Freiburg.

Schon am Montag wird nochmals gegen die deutsche Asylpolitik demonstriert – In Bayern rufen Flüchtlinge nach dem Suizid des iranischen Asylsuchenden Mohamad R. zu Protesten gegen die Unterbringung von Asylsuchenden in Lagern und andere Schikanen auf, denen Flüchtlinge in Bayern und anderswo ausgesetzt sind: In Würzburg beginnt die Demonstration am Montag, den 13. Februar um 13 Uhr am Hauptbahnhof, in Nürnberg um 15 Uhr an der Lorenzkirche. Der Aufruf der Flüchtlinge ist unter anderem hier nachzulesen.

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