13.07.2016

Im Internet sind mittlerweile zahlreiche Informationsangebote für Flüchtlinge in Deutschland verfügbar. Wir stellen im Folgenden einige der Angebote, die Flüchtlingen dabei helfen können, sich hier zurechtzufinden, nach Themen sortiert vor.

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Im Internet gibt es viele Angebote für Flüchtlinge. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt. Foto: Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V.

Da es mittlerweile unzählige Seiten im Internet gibt, die Angebote für Flüchtlinge bieten, kann unsere Übersicht natürlich nur eine kleine Auswahl sein und beschränkt sich auf bundesweit nutzbare Angebote. Über Feedback und Ergänzungen freuen wir uns via E-Mail an initiativen(at)proasyl.de.

Die Deutsche Welle hat auf Ihrer Homepage eine Übersichtsseite „Erste Schritte in Deutschland“ erstellt, die in Englisch, Arabisch, Dari, Paschtu und Urdu übersetzt wurde.

Ein ähnliches Angebot gibt es von der ARD in Englisch & Arabisch.

Auch die Telekom hat ein solches allgemeines Informationsangebot in verschiedenen Sprachen (u.a. Albanisch, Arabisch, Farsi, Tigrinya)

Der „Refugee Guide“  bietet eine erste Orientierungshilfe für Deutschland in einigen Sprachen, beispielsweise Arabisch, Albanisch, Paschtu, Dari oder Tigrinya an.

Einen Überblick über Angebote für Flüchtlinge in einigen Bereichen bietet das „Refugees Welcome – Infopad“, beispielsweise sind dort in einigen Sprachen Hilfestellungen zum Asylverfahren verlinkt.

Ebenfalls gibt es dort eine Übersicht über viele lokale Gruppen und Initiativen in denen sich Flüchtlinge selbst organisieren und für ihre Rechte einstehen.

Zum Ablauf des Asylverfahrens gibt es einen kurzen „Fragen und Antworten“ – Überblick des Deutschen Anwaltvereins in Englisch (pdf) und Arabisch (pdf).

Bei „Asyl in Deutschland“ findet man einen Informationsfilm für Flüchtlinge mit Tipps und Hinweisen für die Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Den Film gibt es in 10 verschiedenen Sprachen, darunter Arabisch, Albanisch, Englisch, Kurmandschi und Farsi.

Ebenso bietet der Informationsverbund Asyl & Migration Infoblätter für die Anhörung im Asylverfahren, u.a. in Albanisch, Bosnisch, Kurmandschi, Arabisch, Englisch oder Persisch. (jeweils pdf – Dateien)

Praktische Hinweise für die Eröffnung eines Girokontos gibt es hier auf Englisch (pdf) und Arabisch (pdf).

Infos zu Handytarifen für Flüchtlinge hat die Stiftung Warentest zusammengestellt: Auf Englisch (pdf-download) und Arabisch (pdf-download).

Auf der englischsprachigen Plattform „Wefugee“ können Geflüchtete Fragen zu verschiedensten Themenbereichen stellen.

Die Seite queer-refugees bietet ausführliche Informationen über das Asylrecht für Lesben und Schwule, eine Liste von Anlaufstellen für jedes Bundesland, sowie weitere hilfreiche Links zu dem Themenfeld LGBTIQ.

Mit dem Informationsblatt „So registrieren Sie Ihr neugeborenes Kind – Informationen für Geflüchtete“ sollen Probleme mit den Standesämtern bei der Registrierung von Neugeborenen verhindert werden. Diese Information ist auch auf Englisch, Arabisch und Farsi verfügbar.

Beim Goethe-Institut gibt es eine Übersicht über Hilfen zum Deutschlernen auf Englisch, Französisch  und Arabisch. Ein eigener Online-Sprachkurs ist auch auf Englisch verfügbar.

Der Langenscheidt-Verlag hat einige Kapitel aus seinem Wörterbuch Deutsch-Arabisch (pdf) kostenlos zur Verfügung gestellt.

Neben den normalen Wörterbüchern bietet bab.la eine umfangreiche Phrasensammlung in vielen Sprachen zu verschiedenen Themen wie Bewerbung oder geschäftlicher Korrespondenz.

Erste Übersetzungshilfen für Grundbegriffe finden sich beispielsweise unter www.babadada.com. Dort gibt es verschiedene Themenbereiche und etliche Sprachen sind enthalten (beispielsweise Arabisch, Kurdisch, Urdu, Paschtu, Dari, Tigrinya).

Das Bildwörterbuch der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft bebildert viele Grundbegriffe aus verschiedenen Themenbereichen kindgerecht und übersetzt sie.

Auf der Seite www.refugeephrasebook.de gibt es die Möglichkeit, sich für verschiedene Situationen in verschiedenen Ländern ein kleines Wörterbuch mit den gängigsten Begriffen auszudrucken. Alle Übersetzungen (z.B. in Arabisch, Albanisch, Tigrinya, Urdu, Farsi, Dari, Paschtu, Sorani oder Kurmanci) finden sich in diesem Google-Sheet. Eine Druckvorlage für ein Buch mit den wichtigsten Themen wurde hier zusammengestellt (pdf).

Die Deutsche Welle, deren Seite in über 30 Sprachen (u.a.: Albanisch, Amharisch, Arabisch, Bengalisch, Dari, Hindi, Paschtu, Urdu – Sprache über den Link „DW.com in 30 Languages“ rechts oben änderbar) verfügbar ist, hat ein eigenes Portal zum Deutsch-Lernen veröffentlicht.

Auch die Volkshochschule hat ein eigenes Online-Angebot zur Sprachlernhilfe in verschiedensten Sprachen: „Ich will Deutsch lernen“.

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Deutsch lernen ist der erste Schritt. Auch online gibt es viele Sprachlern-Angebote. Foto: Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V.

Das Portal „Language Transfer“ hat seinen kompletten Deutschkurs online gestellt.

Auf Almani Be Farsi gibt es einen Deutschkurs mit über 300 Lektionen für Farsi-Muttersprachler.

Speziell für arabischsprechende Menschen gibt es einen niedrigschwelligen Online-Deutschkurs, der sich auch zur Alphabetisierung eignet und in verschiedenen Lektionen auf Youtube veröffentlicht wurde.

Beim Projekt „Welcome Grooves“ gibt es einige Audio-Deutschlektionen. Zusätzlich wurden die gesprochenen Inhalte schriftlich in viele Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Französisch, Arabisch, Paschtu, Urdu, Tigrinya, Somali, Hausa und Albanisch (alles PDF-Dateien).

Zugang zum Integrationskurs

Nach der Anerkennung als Asylberechtigter ist ein „Integrationskurs“ in Deutschland verpflichtend. Über eine Postleitzahlen-Suche findet man hier Veranstalter in der Nähe.

JOIN ist eine Plattform für Flüchtlinge, die einen Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt über Praktikumsvermittlung ermöglicht. Die Seite steht auch auf Englisch und Arabisch zur Verfügung.

Die Arbeitsplatzbörse workeer.de richtet sich gezielt an Flüchtlinge und Arbeitgeber, die Flüchtlingen eine Chance geben möchten. Hier können Gesuche und Angebote eingestellt werden.

Unter „careers4refugees“ finden sich Jobs, bezahlte Praktika und Ausbildungsplätze.

Beim Portal „Jobbörse“ gibt es ebenfalls eine eigene Rubrik mit Jobangeboten für Geflüchtete.

Das Portal Chance For Science ist eine Plattform für geflüchtete Wissenschaftler – auch auf Englisch.

Ein eigenes Projekt möchte Flüchtlingen den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern, indem ihnen erfahrene Mentoren an die Seite gestellt werden. Infos dazu gibt es bei „hr-integrate“.

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Um Flüchtlingen Zugang zu Bildung & Arbeit zu ermöglichen gibt es einige Initiativen. Foto: Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V.

Eine gute Übersicht über viele Online-Bildungsangebote für Flüchtlinge bietet das  Hochschulforum Digitalisierung (auch auf Englisch und Arabisch).

Die Kiron University ist eine Online-Universität speziell für Flüchtlinge. Durch Spenden wird Geflüchteten hier das Studium ermöglicht. Detailierte Informationen auf Englisch gibt es hier.

Mittlerweile bieten auch viele deutsche Universitäten Programme für Flüchtlinge oder Gasthörerschaften an. Einen Überblick verschafft diese Google-Maps – Karte.

Die Leuphana Universität in Lüneburg hat das Portal Ready 4 Study mit Online-Kursen für Flüchtlinge erstellt.

Auch die FH Lübeck stellt Flüchtlingen Online-Kurse kostenlos zur Verfügung – zum Teil auch englischsprachig.

Die syrische Organisation Jusoor bietet eine Übersicht über Studien- und Stipendienmöglichkeiten für Syrer in einigen Ländern, u.a. Deutschland.

TestAS ist ein von vielen Hochschulen anerkannter Test, der die allgemeine und fachliche Eignung zu einem Studium prüft. Er kann Flüchtlingen dabei helfen, ein Studium in Deutschland aufzunehmen oder fortzusetzen. So kann dieser als Plausibilitätsprüfung eingesetzt werden und Grundlage für eine Zulassung sein.

Bundesweit gibt es viele Initiativen zur Flüchtlingshilfe, die oftmals bei Behördengängen helfen, ehrenamtlich Deutschkurse gebe, Freizeitaktivitäten organisieren oder sich um die Vermittlung von Wohnungen an Flüchtlinge bemühen.

Eine Übersichtskarte mit über 700 Initiativen gibt es unter www.proasyl.de/mitmachen. Dort gelangt man auf die Internetseiten der jeweiligen Initiativen und kann Kontakt aufnehmen.

Es gibt eine telefonische „Erste Hilfe“ Hotline bei PRO ASYL. Eine Übersicht über weitere Beratungsstellen findet sich in den meisten Bundesländern bei den Landesflüchtlingsräten.

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Fragen zum Asylverfahren? Verschiedene Träger bieten in Deutschland Beratung an. Foto: PRO ASYL

Auch die Diakonie hat in ganz Deutschland Beratungsstellen, bei denen häufig auch Migrationsberatung angeboten wird. Hier gibt es eine Übersicht über alle Orte mit Migrationsberatungsstellen.

Der Jugendmigrationsdienst bietet an 24 Orten im Rahmen des Projekts jmd2start Beratung für junge Flüchtlinge (12-27 Jahre) an. Eine Karte mit allen Standorten findet sich hier.

Was zu tun ist, wenn man als Asylsuchender zum Arzt muss, zeigt dieses Erklärvideo.

Für den Arztbesuch gibt es eine Übersetzungshilfe für die Grundbegriffe als Google-Sheet, erstellt vom Refugee Phrasebook, verfügbar sind z.B. Albanisch, Arabisch, Dari, Farsi, Paschtu, Sorani und Kurmanci.

Übersetzungen von Untersuchungsbögen und ähnlichem in viele verschiedene Sprachen gibt es unter tipdoc.de, dort wurde sogar ein eigenes Gesundheitsheft (pdf) erstellt, das beim Arztbesuch mitgeführt werden kann, damit eine Unterhaltung und Diagnose erleichtert wird. Dort sind auch Übersetzungen in Albanisch, Arabisch, Dari, Farsi, Urdu und Tigrinya enthalten.

Ein anschaulicher Fragebogen Deutsch /Arabisch (pdf) wurde von der Pharmazeutischen Zeitung erstellt.

Menschen ohne Papiere, wie z.B. Flüchtlinge ohne Aufenthaltsstatus, erhalten in vielen deutschen Städten in den sogenannten „Medibüros“ schnelle, kostenlose und unbürokratische Hilfe. Ein detailierter Überblick über die Standorte findet sich hier.

Für traumatisierte Flüchtlinge und Folteropfer gibt es die Psychosozialen Zentren, die professionelle Hilfe leisten. Es gibt dreißig solcher Zentren in ganz Deutschland.

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Bei der Vermittlung von Flüchtlingen in Wohngemeinschaften hilft www.fluechtlinge-willkommen.de Foto: Flüchtlinge Willkommen

Bundesweit vermittelt die Initiative „Flüchtlinge Willkommen“ freistehende WG-Zimmer an geflüchtete Menschen. Mittlerweile gibt es auch Ableger in Österreich, Griechenland, Portugal, Polen, den Niederlanden, Schweden und Spanien.

Deutschlands wichtigste Nachrichtensendung, die Tagesschau, übersetzt ihren Kompaktüberblick jetzt auch auf Englisch und Arabisch – täglich aktuell.

Auch das ZDF untertitelt einige Berichte und Nachrichtensendungen. Hier geht es zum englischen und arabischen Angebot.

Das „Refugee Radio“ bietet täglich Nachrichten speziell für Flüchtlinge in Deutschland auf Arabisch und Englisch. Hören kann man dies online oder beispielsweise beim NDR (Mo-Fr., 11:55 & 23:55).

Auf dem Fernsehsender n-tv läuft immer freitags um 18 Uhr „Marhaba TV“ auf Arabisch, dort sollen praktische Informationen über das Leben in Deutschland vermittelt werden.

Speziell für Kinder: Die »Sendung mit der Maus international« hat einige Beiträge nun auch in Arabisch, Kurdisch und Dari im Internet veröffentlicht.

Die »SWR News for Refugees« sind auf Englisch, Arabisch und Dari verfügbar und können auch auf Facebook verfolgt werden.

Der WDR bietet mit WDRforYou ein Informationsportal mit Berichten und Unterhaltungssendungen auf Arabisch, Persisch, und Englisch.

Die ersten Schritte und wesentliche Informationen für arabische Flüchtlinge hat das Projekt »Achso from Osnabrueck« anschaulich dargestellt. Die Videos finden sich auf ihrem Youtube-Kanal.

Es gibt einige Apps, die Hilfe beim Ankommen und beim Deutschlernen bieten:

Phase 6 ist ein Vokabel-Trainings-App speziell für Kinder ohne Vorkenntnisse (für iOS und Android).

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Mobil Deutsch lernen oder wichtige Infos erhalten - nützliche Apps für Flüchtlinge. Foto: Diakonie Niedersachsen

Von der Diakonie Niedersachsen gibt es eine App zum Deutschlernen in 50 Sprachen für Android.

Diese App ist speziell zum Deutschlernen für arabische Flüchtlinge und kostenlos für iOS verfügbar.

Kürzlich gestartet ist die „Welcome App“  für Smartphones, die nützliche, lokale Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf das Handy bringen möchte – bislang in Dresden, Frankfurt, München, Rostock & Dortmund, nach und nach kommen weitere Städte und Gemeinden hinzu.

„Refugermany“ ist eine englischsprachige App, die Informationen für neuankommende Flüchtlinge in Deutschland auf das Handy liefern will. Für iOS und Android verfügbar.

Das Fare-Network gegen Rassismus im Fußball hat eine europaweite Datenbank veröffentlicht, in der auch aus Deutschland einige Projekte und Vereine aufgeführt sind, die eigene Angebote für Flüchtlinge haben. Wenn kein Verein in der Nähe dabei ist: Auch viele andere Fußball- und Sportvereine sind offen für Flüchtlinge!

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In vielen Fußballteams in Deutschland spielen Flüchtlinge mit. Foto: Thomas Müller für den FC Lampedusa Hamburg.

Befinden sich Familienmitglieder oder Freunde noch auf der Flucht und in Schwierigkeiten, bieten w2eu.info (in verschiedenen Sprachen) und der (sehr ausführliche) ELENA-Index (pdf) des European Council on Refugees and Exiles eine gute Übersicht über hilfreiche Kontaktmöglichkeiten in den verschiedensten europäischen Ländern.

In Fällen von Seenot auf der Flucht über das Mittelmeer hilft das Alarmphone von Watch The Med, die Informationen sind in vielen verschiedenen Sprachen verfügbar (ganz unten auf der Seite).

Speziell für Ankommende in Griechenland hat W2EU auch einen „Welcome Guide“ in Englisch, Arabisch und Dari veröffentlicht, der erste Hilfestellungen bietet.

Solch ein „Welcome Guide“ ist nun auch für Ankommende in Italien auf Englisch und Französisch verfügbar.

Die Plattform Trace the Face, die vom IKRK betrieben wird, kann Flüchtlingen dabei helfen, Familienangehörige wiederzufinden, die sie auf der Flucht verloren haben.


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