30.01.2012

Anläss­lich des mor­gi­gen Inte­gra­ti­ons­gip­fels im Kanz­ler­amt beto­nen der Inter­kul­tu­rel­le Rat in Deutsch­land, der Ver­band bina­tio­na­ler Fami­li­en und Part­ner­schaf­ten und PRO ASYL:

Bei Inte­gra­ti­ons­gip­feln wer­den stets die ver­meint­li­chen Defi­zi­te von Migran­tin­nen und Migran­ten the­ma­ti­siert. Zen­tra­le Inte­gra­ti­ons­hemm­nis­se wie der in bür­ger­li­chen Schich­ten weit ver­brei­te­te Ras­sis­mus sowie die Aus­gren­zung und Dis­kri­mi­nie­rung von Flücht­lin­gen und Migran­ten per Gesetz wer­den kaum ange­spro­chen. Dar­über ist in Deutsch­land eine Debat­te erfor­der­lich.

Ras­sis­ti­sche, anti­se­mi­ti­sche, anti­mus­li­mi­sche und ande­re men­schen­ver­ach­ten­de Ein­stel­lun­gen sind in der Mit­te der Gesell­schaft weit ver­brei­tet. Dies lie­fert Ras­sis­ten und Rechts­ex­tre­men eine schein­ba­re Legi­ti­ma­ti­on für ihr Han­deln und ver­hin­dert Inte­gra­ti­on.

Flücht­lin­ge, Migran­tin­nen und Migran­ten wer­den in Deutsch­land durch eine Viel­zahl von Geset­zen und Ver­ord­nun­gen struk­tu­rell aus­ge­grenzt. Eini­ge Bei­spie­le: 

• Unab­hän­gig von ihrer Auf­ent­halts­dau­er sind vie­le Flücht­lin­ge, Migran­tin­nen und Migran­ten von der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung durch Wah­len aus­ge­schlos­sen;

• Flücht­lin­ge, Gedul­de­te und Asyl­be­wer­ber unter­lie­gen Son­der­ge­set­zen, die ihre Bewe­gungs­frei­heit, den Zugang zum Arbeits­markt, zu Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen und zur medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung ein­schrän­ken;

• Flücht­lin­gen, Migran­tin­nen und Migran­ten wird in Deutsch­land das Recht auf Fami­li­en­nach­zug und die Her­stel­lung der Fami­li­en­ein­heit beschnit­ten.

Erfor­der­lich ist eine Poli­tik der Gleich­stel­lung und die Been­di­gung der Aus­gren­zung per Gesetz. Inte­gra­ti­on braucht glei­che Teil­ha­be­chan­cen.

Der fünf­te Inte­gra­ti­ons­gip­fel soll­te die Bekämp­fung von Ras­sis­mus und Dis­kri­mi­nie­rung und die gesetz­li­che Aus­gren­zung von Flücht­lin­gen, Migran­tin­nen und Migran­ten auf die Tages­ord­nung set­zen. Es müs­sen end­lich die Inte­gra­ti­ons­hin­der­nis­se ange­gan­gen wer­den, die von der Bun­des­re­gie­rung selbst und der Mehr­heits­ge­sell­schaft zu ver­ant­wor­ten sind.

 PRO ASYL for­dert Akti­ons­plan gegen Ras­sis­mus  (18.11.11)

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