21.12.2012

PRO ASYL: Ande­re Bun­des­län­der müs­sen fol­gen

Schles­wig-Hol­stein, Thü­rin­gen und Rhein­land-Pfalz haben einen Win­ter­ab­schie­be­stopp für beson­ders schutz­be­dürf­ti­ge Asyl­su­chen­de erlas­sen. PRO ASYL for­dert alle Bun­des­län­der auf, Schles­wig-Hol­stein, Thü­rin­gen und Rhein­land-Pfalz zu fol­gen und einen Win­ter­ab­schie­be­stopp für Roma und ande­re Ange­hö­ri­ge von dis­kri­mi­nier­ten Min­der­hei­ten zu erlas­sen.

In Ser­bi­en, Maze­do­ni­en und im Koso­vo sind Roma, Ash­ka­li und Ägyp­ter ras­sis­ti­scher Dis­kri­mi­nie­rung aus­ge­setzt, vor der der Staat sie nicht wirk­sam schützt. Die extre­me Dis­kri­mi­nie­rung führt dazu, dass vie­le Betrof­fe­ne in kaum beheiz­ba­ren Behelfs­sied­lun­gen leben müs­sen und ihnen Obdach­lo­sig­keit droht. Im Win­ter ver­schärft sich ihre Lebens­si­tua­ti­on dra­ma­tisch.

Im Erlass des Innen­mi­nis­te­ri­ums Schles­wig-Hol­steins heißt es,  „die wirt­schaft­li­che und sozia­le Situa­ti­on der meis­ten Roma in Ser­bi­en und Maze­do­ni­en“ sei „nach wie vor bekla­gens­wert.“ Es sei zu erwar­ten, „dass sich die­se Situa­ti­on in den Win­ter­mo­na­ten noch ver­schärft“. Daher bit­tet das Minis­te­ri­um die Behör­den, Abschie­bun­gen beson­ders schutz­be­dürf­ti­ger aus­rei­se­pflich­ti­ger Roma nicht zu prio­ri­sie­ren. Fami­li­en mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern, Frau­en und alte Men­schen sowie kran­ke, schwan­ge­re und pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­so­nen sol­len nicht vor dem 1. April 2013 in die Bal­kan­staa­ten zurück­ge­führt wer­den. „Das Win­ter­mo­ra­to­ri­um ist ein Gebot der Huma­ni­tät“, so Schles­wig-Hol­steins Innen­mi­nis­ter Breit­ner in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung.

Das Innen­mi­nis­te­ri­um Thü­rin­gens hat die Kom­mu­nen des Lan­des gebe­ten, sicher­zu­stel­len, dass schutz­be­dürf­ti­ge Per­so­nen, die den Min­der­hei­ten­grup­pen der Roma, Ash­ka­li und Ägyp­ter ange­hö­ren, bis ein­schließ­lich zum 31. März 2013 nicht nach Ser­bi­en, Maze­do­ni­en, Koso­vo, Mon­te­ne­gro, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na und Alba­ni­en zurück­ge­führt wer­den. Es kön­ne nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass eine Rück­füh­rung der beson­ders schutz­be­dürf­ti­gen Per­so­nen in die Bal­kan­staa­ten „zu beson­de­ren Här­ten füh­ren könn­te“.

Auch Rhein­land-Pfalz wird laut einer Pres­se­mit­tei­lung im Win­ter kei­ne Men­schen abschie­ben, wenn dies für sie eine huma­ni­tä­re Här­te bedeu­ten wür­de. Die Aus­län­der­be­hör­den des Lan­des wur­den in einem Schrei­ben gebe­ten, „win­ter­be­ding­te Här­ten“ zu berück­sich­ti­gen und „nach Mög­lich­keit ein­zel­fall­ori­en­tiert zu ver­mei­den“.

 Baden-Würt­tem­berg nimmt Sam­mel­ab­schie­bun­gen wie­der auf (24.04.13)

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