08.05.2012

PRO ASYL begrüßt die heu­te bekannt gewor­de­ne Ver­schie­bung der Eröff­nung des neu­en Ber­lin-Bran­den­bur­ger Groß­flug­ha­fens. „So haben die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen Zeit gewon­nen, die dort geplan­te Haft­ein­rich­tung für Asyl­su­chen­de noch­mals zu über­den­ken“, so Marei Pel­zer, rechts­po­li­ti­sche Refe­ren­tin von PRO ASYL „Wir brau­chen kei­nen wei­te­ren Flug­ha­fen­stand­ort, an dem Asyl­su­chen­den in einem Schnell­ver­fah­ren im Flug­ha­fen­tran­sit abge­speist wer­den“, so Pel­zer.

Das geplan­te Flug­ha­fen­ver­fah­ren miss­ach­tet rechts­staat­li­che Stan­dards. Das Ver­fah­ren sieht vor, dass Asyl­su­chen­de noch im Tran­sit abge­fan­gen wer­den und sodann ihr Asyl­ver­fah­ren direkt am Flug­ha­fen durch­lau­fen müs­sen. Die nor­ma­len Rechts­mit­tel­fris­ten wer­den dabei dras­tisch ver­kürzt. 

PRO ASYL wen­det sich grund­sätz­lich gegen die­ses 1993 ein­ge­führ­te Schnell­ver­fah­ren am Flug­ha­fen. In der Ver­gan­gen­heit hat es zu fata­len Fehl­ent­schei­dun­gen geführt, die bis hin zu Zurück­schie­bung von gefähr­de­ten Per­so­nen in den Ver­fol­ger­staat führ­ten. So wur­den die Asyl­an­trä­ge zwei­er Deser­teu­re aus Eri­trea im Jahr 2008 im Flug­ha­fen­ver­fah­ren als offen­sicht­lich unbe­grün­det abge­lehnt. Unmit­tel­bar nach ihrer Abschie­bung wur­den sie in einem Geheim­ge­fäng­nis in Eri­trea inhaf­tiert. 

PRO ASYL for­dert die ver­ant­wort­li­chen Poli­ti­ker auf, auf das Abschre­ckungs­in­stru­ment „Flug­ha­fen­ver­fah­ren“ zu ver­zich­ten und Schutz­su­chen­den ein fai­res Asyl­ver­fah­ren unter rechts­staat­li­chen Bedin­gun­gen zu gewäh­ren. 

 Haupt­sa­che, der Knast steht schon – Schild­bür­ger­streich am neu­en Ber­li­ner Flug­ha­fen (09.08.12)

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