09.12.2009

In Zukunft ver­mehrt kli­ma­be­ding­te Zwangs­mi­gra­ti­on
PRO ASYL for­dert neu­es Schutz­in­stru­ment für Kli­ma­flücht­lin­ge

Aus Anlass des Tages der Men­schen­rech­te und der Kli­ma­kon­fe­renz in Kopen­ha­gen for­dert PRO ASYL ein neu­es Schutz­in­stru­ment für Kli­ma­flücht­lin­ge. Not­wen­dig ist die Ent­wick­lung eines völ­ker­recht­li­chen Abkom­mens, das Men­schen schützt, die vor den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels flie­hen müs­sen. Bestehen­de men­schen- und flücht­lings­recht­li­che Instru­men­te wie die Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on rei­chen für die Her­aus­for­de­run­gen zukünf­ti­ger kli­ma­be­ding­ter Migra­ti­ons­pro­zes­se nicht aus. Laut UNHCR gibt es bereits jetzt seriö­sen Schät­zun­gen zufol­ge jähr­lich 20 Mil­lio­nen Men­schen, die wegen des Kli­ma­wan­dels zumin­dest zeit­wei­se ihre Hei­mat­or­te ver­las­sen müs­sen.

Seit vie­len Jah­ren steht hin­ter vie­len Zwangs­mi­gra­ti­ons­pro­zes­sen der Druck öko­lo­gi­scher und kli­ma­wan­delsbe­ding­ter Fak­ten. Häu­fi­ge Dür­ren, kon­ti­nu­ier­li­che Boden­de­gra­da­ti­on und die Zunah­me extre­mer Wet­ter­ereig­nis­se wir­ken sich auf die ver­letz­ba­ren Öko­lo­gi­en armer Län­der dras­tisch aus. Die Kon­fe­renz von Kopen­ha­gen braucht ein posi­ti­ves Ergeb­nis nicht nur durch eine ambi­tio­nier­te Ver­pflich­tung zur Reduk­ti­on des Aus­sto­ßes von Treib­haus­ga­sen und Hilfs­zu­sa­gen der Indus­trie­staa­ten zur Unter­stüt­zung von Kli­ma­an­pas­sungs­stra­te­gi­en. Selbst wenn es gelingt, mit der Begren­zung des Tem­pe­ra­tur­an­stiegs auf 2 Grad die schlimms­ten Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels noch zu ver­hin­dern, wird es ver­mehrt kli­ma­be­ding­te Zwangs­mi­gra­ti­on geben. Die Betrof­fe­nen müs­sen geschützt und unter­stützt wer­den.

Aus Sicht von PRO ASYL muss beim The­ma der kli­ma­be­ding­ten Zwangs­mi­gra­ti­on das Ver­ur­sa­cher­prin­zip gel­ten. Auf­ge­ru­fen zur Unter­stüt­zung und ggf. Auf­nah­me der Opfer des Kli­ma­wan­dels sind pri­mär die­je­ni­gen Staa­ten, die durch Res­sour­cen­ver­brauch und Treib­haus­gas­pro­duk­ti­on am meis­ten zum Kli­ma­wan­del bei­tra­gen.

PRO ASYL for­dert, dass Pro­gram­me zur dau­er­haf­ten Ansied­lung von Men­schen geschaf­fen wer­den, die als Opfer von durch Kli­ma­wan­del ver­ur­sach­te Zwangs­mi­gra­ti­on nicht in die Her­kunfts­re­gio­nen zurück­keh­ren kön­nen, ana­log zu den sog. Resett­le­ment-Pro­gram­men, die es für Flücht­lin­ge im Sin­ne der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on heu­te schon gibt.

Kon­takt
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E-Mail: presse@proasyl.de

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