15.11.2017

PRO ASYL for­dert: Fami­li­en gehö­ren zusam­men!

Der Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är Geschütz­ten ist zen­tra­les The­ma bei den Son­die­rungs­ge­sprä­chen zwi­schen CDU/CSU, FDP und Bünd­nis 90/Die Grü­nen. PRO ASYL for­dert von den Son­die­ren­den, die fami­li­en­feind­li­che Ver­wei­ge­rung des Fami­li­en­nach­zugs für sub­si­di­är Geschütz­te unver­züg­lich zu been­den: »Wir erwar­ten von jet­zi­ger und künf­ti­ger Regie­rung nicht mehr und nicht weni­ger als die Ein­hal­tung der ver­brief­ten Grund- und Men­schen­rech­te. Des­halb muss die gesetz­li­che Tren­nung der Fami­li­en zum 16. März 2018 aus­lau­fen. Fami­li­en gehö­ren zusam­men«, for­dert Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL.

Haupt­be­trof­fe­ne der Aus­set­zung sind Syre­rIn­nen. Zwi­schen Janu­ar und Okto­ber 2017 bekam mit rund 62% die Mehr­heit nur den sub­si­diä­ren Schutz erteilt (51.607 von ins­ge­samt 83.555 inhalt­li­chen Ent­schei­dun­gen). Ein Groß­teil der syri­schen Flücht­lin­ge wird lan­ge auf Schutz und Ver­bleib in Deutsch­land ange­wie­sen sein. Für sub­si­di­är Geschütz­te gibt es im Hin­blick auf Rück­kehr­mög­lich­kei­ten nach Syri­en kei­ner­lei Unter­schied zu den GFK-Geschütz­ten. Selbst nach einem Sieg des Assad-Regimes wären dau­er­haf­ter Frie­de in Syri­en und eine siche­re Rück­kehr weder für GFK-Flücht­lin­ge noch für sub­si­di­är Geschütz­te noch lan­ge nicht in Sicht. Die am 11. Sep­tem­ber 2017 aus­ge­spro­che­ne Dro­hung des Top-Gene­rals des Assad-Regimes Issad Zahred­di­ne (»Kehrt nicht zurück! Wir wer­den euch nie­mals ver­zei­hen!«) rich­te­te sich gegen alle syri­schen Geflüch­te­ten und ist ernst zu neh­men.

Wir for­dern die Grü­nen, FDP und die Uni­on auf, kei­ne fau­len Kom­pro­mis­se zu schlie­ßen – auch inner­par­tei­lich. Die fami­li­en­feind­li­che Aus­set­zung muss ersatz­los aus­lau­fen.

Ein sinn­vol­ler Neben­ef­fekt wäre, dass ein beacht­li­cher Teil der bei Ver­wal­tungs­ge­rich­ten der­zeit rund 322.000 anhän­gi­gen Kla­gen (BT-Druck­sa­che 18/13703, S. 8) obso­let wür­de. Vie­le Syre­rIn­nen kla­gen zu Recht auf den GFK-Schutz. Bis Mai 2017 gab es bei Gerich­ten rund 57.000 anhän­gi­ge Asyl­ver­fah­ren von Syre­rIn­nen (BT-Druck­sa­che 18/13551, S. 26) gegen die Ertei­lung des sub­si­diä­ren Schut­zes.

Fami­li­en­nach­zug aus Grie­chen­land

Seit Mona­ten sit­zen mehr als 4.500 Ehe­gat­ten, Kin­der und Eltern von Flücht­lin­gen in Deutsch­land in Grie­chen­land fest, zwei Drit­tel von ihnen sind Kin­der und Jugend­li­che unter 18. Eini­ge befin­den sich im Hun­ger­streik. Trotz ihres Rechts­an­spruchs auf die Zusam­men­füh­rung wird ihre Über­stel­lung nach Deutsch­land seit Mona­ten ver­schleppt. »Es ist voll­kom­men inak­zep­ta­bel, dass das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um mit­tels kal­ter Admi­nis­tra­ti­on ver­brief­tes Recht aus­he­belt«, kri­ti­siert Gün­ter Burk­hardt. PRO ASYL for­dert, betrof­fe­ne Fami­li­en in den nächs­ten sechs Wochen bis Weih­nach­ten die Ein­rei­se nach Deutsch­land zu ermög­li­chen. 

Um die­se Men­schen geht es: Ein­zel­schick­sa­le sub­si­di­är geschütz­ter Betrof­fe­ner und ihrer Fami­li­en

Wei­te­re aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum The­ma Fami­li­en­nach­zug fin­den sich hier.

PRO ASYL führt wei­ter die Kam­pa­gne »Fami­li­en gehö­ren zusam­men« durch. Rund 25.000 Men­schen haben sich an der Akti­on betei­ligt. 

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