02.09.2014

„Dort wo Men­schen in Not sind, wer­den wir hel­fen, auch durch zusätz­li­che Auf­nah­me von Flücht­lin­gen“, sag­te Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel ges­tern in einer Regie­rungs­er­klä­rung vor dem Bun­des­tag.

PRO ASYL for­dert Bund und Län­der auf, die­se Ankün­di­gung schnell umzu­set­zen und ins­be­son­de­re Ange­hö­ri­ge von bedroh­ten Min­der­hei­ten (Jesi­den, Chris­ten und ande­re) nach Deutsch­land aus­zu­flie­gen. Von beson­de­rer Dring­lich­keit sei es, Ver­letz­te, Wit­wen und Wai­sen­kin­der aus der ira­ki­schen Kri­sen­re­gi­on zu eva­ku­ie­ren. PRO ASYL geht davon aus, dass sich die Regi­on nicht kurz­fris­tig beru­hi­gen wird. „Deutsch­land und Euro­pa müs­sen sich auf dau­er­haft höhe­re Flücht­lings­zah­len ein­stel­len“, sag­te PRO ASYL-Geschäfts­füh­rer Gün­ter Burk­hardt. (Pres­se­er­klä­rung vom 1.9.2014)

In Deutsch­land leben zahl­rei­che Flücht­lin­ge aus dem Irak, dar­un­ter auch zehn­tau­sen­de Ange­hö­ri­ge der jesi­di­schen Volks­grup­pe und ande­rer ver­folg­ter Min­der­hei­ten. Vie­le von ihnen ban­gen in die­sen Tagen um das Leben ihrer Ange­hö­ri­gen im Irak und wol­len sie zu sich nach Deutsch­land holen.

Gün­ter Burk­hardt mahn­te, Deutsch­land müs­se die Auf­nah­me von Flücht­lin­gen aus dem Irak zügig orga­ni­sie­ren. Anders als im Syri­en­kon­flikt soll­te eine schnel­le Reak­ti­on erfol­gen. Bund und Län­der hat­ten Son­der­pro­gram­me auf­ge­legt, um syri­schen Flücht­lin­gen die Ein­rei­se nach Deutsch­land zu ermög­li­chen. Die Auf­nah­me star­te­te jedoch erst mit mona­te­lan­ger Ver­zö­ge­rung und kam danach nur schlep­pend vor­an. „Es ist drin­gend gebo­ten, sofort zu han­deln, um Men­schen­le­ben zu ret­ten“, sag­te Burk­hardt. Neben der Flücht­lings­auf­nah­me gehö­re dazu auch, lega­le Wege zu schaf­fen, damit ira­ki­sche Flücht­lin­ge nach Euro­pa kom­men kön­nen.

So lan­ge die EU nicht han­delt, sind tau­sen­de Flücht­lin­ge aus dem Nahen Osten gezwun­gen, über das offe­ne Mit­tel­meer auf Boo­ten nach Euro­pa zu flie­hen. Es gibt kei­ne lega­len Flucht­we­ge. Dies ist einer der Grün­de, wes­we­gen Ita­li­ens Mari­ne in der Ope­ra­ti­on Mare Nostrum mehr als 110.000 Flücht­lin­ge auf dem Meer geret­tet hat.

PRO ASYL for­dert Innen­mi­nis­ter de Mai­ziè­re auf, beim heu­ti­gen Tref­fen mit sei­nem ita­lie­ni­schen Amts­kol­le­gen anzu­bie­ten, in Ita­li­en ankom­men­den Flücht­lin­gen mit Ver­wand­ten in Deutsch­land die Wei­ter­rei­se zu gestat­ten. Deutsch­land dür­fe nicht län­ger Ita­li­en die Ver­ant­wor­tung für die aus See­not Geret­te­ten auf­bür­den. Die star­re euro­päi­sche Zustän­dig­keits­re­ge­lung Dub­lin III müs­se grund­le­gend geän­dert wer­den.

 Mas­sen­flucht vor IS-Ter­ror: Bre­men will mit Flücht­lings­auf­nah­me hel­fen (26.09.14)

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