08.07.2010

PRO ASYL hat die Bundesregierung gebeten, die Bedrohten aufzunehmen

Die Gefahr besteht fort

PRO ASYL hat am Dienstag dieser Woche das Bundesinnenministerium gebeten, gegenüber der libyschen Regierung die Bereitschaft zur Aufnahme von eritreischen Flüchtlingen zu erklären, die tagelang in Gefahr schwebten, nach Eritrea abgeschoben zu werden. Dort würden sie mit großer Wahrscheinlichkeit über lange Zeit inhaftiert und gefoltert.

Jetzt hat das italienische Außenministerium erklärt, man habe mit der libyschen Regierung eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der sich Libyen bereit erklärt, die mehr als 200 eritreischen Gefangen aus dem südlibyschen Haftzentrum al-Biraq freizulassen. Im Gegenzug sollen sie sich verpflichten, gemeinnützige Arbeit in Libyen zu leisten und sich eritreische Identitätsdokumente bei der Botschaft ihres Heimatlandes zu besorgen.

Eine Lösung ist dies nicht. Libyen hat die Genfer Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet und auch bereits früher Eritreer abgeschoben, die unmittelbar nach der Ankunft festgenommen, gefoltert und ohne Kontakt zur Außenwelt in Geheimgefängnissen inhaftiert wurden.

Die von der libyschen Regierung erzwungene Kontaktaufnahme mit der eritreischen Botschaft gefährdet im Heimatland verbliebene Verwandte. Eritreas Militärregime geht gegen alle der Opposition Verdächtigten mit größter Härte vor.

Schutz ist für die Betroffenen in Libyen nicht zu erreichen. Die Gefahr besteht, dass sie jederzeit wieder unter Vorwänden festgenommen und mit Abschiebung bedroht werden. PRO ASYL hält deshalb seine Forderung nach einer Aufnahme in Deutschland und anderen EU-Staaten aufrecht.

Kontakt PRO ASYL:

Tel. 069 23 06 95

E-Mail presse@proasyl.de

Zur aktuellen Situation in Eritrea das Update der Schweizerischen Flüchtlingshilfe von Februar 2010.

 3.000 Flüchtlinge in Libyen freigelassen (27.07.10)

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