09.06.2010

PRO ASYL for­dert Ende der blu­ti­gen EU-Koope­ra­ti­on mit Liby­en

Nach dem Raus­wurf des UN-Flücht­lings­wer­kes (UNHCR) aus Liby­en for­dert PRO ASYL den Stopp aller Zah­lun­gen der EU und das Ende jeg­li­cher Koope­ra­tio­nen im Poli­tik­feld Migra­ti­on und Flucht mit Liby­en. Für die dort unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen inhaf­tier­ten Flücht­lin­ge bedarf es eines euro­päi­schen Ret­tungs­plans, um ihr Leid zu been­den.

„Kei­nen Euro mehr für die Flücht­lings­ab­wehr in Liby­en und eine kon­zer­tier­te EU-Initia­ti­ve, um den inhaf­tier­ten Tran­sit­flücht­lin­gen eine siche­re Zuflucht in Euro­pa zu gewäh­ren“, for­dert Karl Kopp, Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL, ange­sichts der dra­ma­ti­schen Zuspit­zung in Liby­en.

Nach­dem der UNHCR, der nie einen recht­li­chen Sta­tus in Liby­en besaß, sei­ne Arbeit ein­stel­len muss, wird es künf­tig nicht ein­mal mehr Zeu­gen geben, die die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen gegen­über Schutz­su­chen­den doku­men­tie­ren kön­nen. Dabei gehört die Zusam­men­ar­beit mit dem Gad­da­fi-Regime zu den blu­tigs­ten Kapi­teln der EU-Flücht­lings­po­li­tik.

Seit Jah­ren hofie­ren die EU und ihre Mit­glied­staa­ten Muammar al-Gad­da­fi, um den Flucht­weg nach Euro­pa zu sper­ren. Die EU-Insti­tu­tio­nen schau­en weg, wenn Ita­li­en tau­send­fach Völ­ker– und EU-Recht ver­letzt und Boots­flücht­lin­ge gewalt­sam in die liby­schen Haft­la­ger zurück ver­frach­tet.

Die Euro­pa­par­la­men­ta­ri­er, die EU-Kom­mis­si­on und die Mit­glied­staa­ten wis­sen, dass in Liby­en Schutz­su­chen­de inhaf­tiert, miss­han­delt und gefol­tert, Flücht­lings­frau­en ver­ge­wal­tigt wer­den. Den­noch wird bis heu­te an der Kol­la­bo­ra­ti­on mit die­sem Regime fest­ge­hal­ten. In zahl­rei­chen EU-Doku­men­ten hat die Koope­ra­ti­on mit Liby­en Top-Prio­ri­tät. Die EU und ihre Mit­glied­staa­ten stat­ten das Regime mit Waf­fen, Schif­fen, Fahr­zeu­gen, Lei­chen­sä­cken, Gel­dern für Abschie­bungs­flü­ge und Haft­an­stal­ten aus und blen­den die Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, die auch im Namen Euro­pas gesche­hen, aus.

Der UNHCR-Raus­wurf muss Kon­se­quen­zen haben. Das Euro­pa­par­la­ment und die neu gewähl­te EU-Kom­mis­si­on müs­sen die Kum­pa­nei mit dem liby­schen Regime been­den.

Hin­weis:

Neben vie­len ande­ren hat der Jesui­ten Flücht­lings­dienst (JRS) Zeu­gen­aus­sa­gen von Flücht­lin­gen zu ihren Erfah­run­gen in Liby­en doku­men­tiert.

Kon­takt PRO ASYL:

Tel. 069 23 06 95

E-Mail presse(at)proasyl.de

 3.000 Flücht­lin­ge in Liby­en frei­ge­las­sen (27.07.10)

Alle Presse­mitteilungen