25.09.2013

Amnes­ty Inter­na­tio­nal und PRO ASYL for­dern, dass die neue Bun­des­re­gie­rung ihre Asyl­po­li­tik kon­se­quent an den Men­schen­rech­ten aus­rich­tet. Auf­grund der vie­len Kri­sen­her­de in Staa­ten wie Syri­en, Afgha­ni­stan und dem Irak steigt welt­weit die Zahl von Flücht­lin­gen. Amnes­ty Inter­na­tio­nal und PRO ASYL for­dern die Bun­des­re­gie­rung auf, ver­ant­wort­lich mit den auch in Deutsch­land stei­gen­den Flücht­lings­zah­len umzu­ge­hen.

„Die Pro­tes­te gegen Gemein­schafts­un­ter­künf­te wie in Ber­lin-Hel­lers­dorf haben gezeigt, wohin Debat­ten um angeb­li­chen Asyl­miss­brauch und Stim­mungs­ma­che auf dem Rücken von Schutz­be­dürf­ti­gen füh­ren“, sagt Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL. „Flücht­lin­ge, die hier Schutz suchen, dür­fen nicht Angst und Schre­cken fin­den“, for­dert Fran­zis­ka Vil­mar, Asyl­ex­per­tin von Amnes­ty Inter­na­tio­nal in Deutsch­land.

PRO ASYL und Amnes­ty Inter­na­tio­nal erwar­ten von der neu­en Bun­des­re­gie­rung, dass sie Stim­mungs­ma­che gegen Flücht­lin­ge offen­siv ent­ge­gen­tritt – auch indem sie die staat­li­che Dis­kri­mi­nie­rung von Asyl­su­chen­den end­lich been­det. „Die zwangs­wei­se Unter­brin­gung in Mas­sen­un­ter­künf­ten, das Arbeits­ver­bot und die Resi­denz­pflicht stig­ma­ti­sie­ren die Betrof­fe­nen und leis­ten ras­sis­ti­schen Vor­ur­tei­len Vor­schub“, stellt Burk­hardt fest. „Das Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz mit dem dis­kri­mi­nie­ren­den Sach­leis­tungs­prin­zip muss end­lich abge­schafft wer­den“, sagt Vil­mar.

Nach vie­len ver­lo­re­nen Jah­ren der Abschot­tungs­po­li­tik müs­se sich Deutsch­land end­lich für mehr Soli­da­ri­tät in der EU-Flücht­lings­po­li­tik ein­set­zen. „Die Bun­des­re­gie­rung darf nicht zuse­hen, wie wei­ter Flücht­lin­ge an den euro­päi­schen Außen­gren­zen ster­ben und Asyl­su­chen­den ein fai­res Ver­fah­ren ver­wei­gert wird“, erklärt Vil­mar. Gün­ter Burk­hardt for­dert: „Deutsch­land muss ent­schie­den auf die Mit­glied­staa­ten an der EU-Außen­gren­ze ein­wir­ken, die Gren­zen Euro­pas für Flücht­lin­ge zu öff­nen.“

Ange­sichts der kata­stro­pha­len Situa­ti­on in Syri­en müss­ten end­lich alle EU-Mit­glied­staa­ten groß­zü­gig syri­sche Flücht­lin­ge auf­neh­men. Bei­de Orga­ni­sa­tio­nen begrü­ßen daher die huma­ni­tä­re Auf­nah­me syri­scher Flücht­lin­ge in Deutsch­land. Auch dass eini­ge Bun­des­län­der ange­kün­digt haben, die Ein­rei­se von Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu erleich­tern, sei ein posi­ti­ves Signal. „Die Kos­ten für die Auf­nah­me ihrer Ver­wand­ten dür­fen aber nicht allein den hier leben­den Syrer auf­ge­bür­det wer­den. „Sonst wird kaum jemand kom­men kön­nen“, erklärt Fran­zis­ka Vil­mar.

Syrern, deren Ver­wand­te bereits in Deutsch­land leben, sol­le erlaubt wer­den, hier ihr Asyl­ver­fah­ren zu durch­lau­fen. „Es ist nicht ein­zu­se­hen, dass ein syri­scher Flücht­ling, des­sen Schwes­ter in Deutsch­land lebt, sein Asyl­ver­fah­ren in Bul­ga­ri­en oder Grie­chen­land durch­lau­fen muss“, erklärt Burk­hardt.

 Schwarz-roter Koali­ti­ons­ver­trag (27.11.13)

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