21.01.2011

PRO ASYL: Stern­stun­de für den Men­schen­rechts­schutz

PRO ASYL begrüßt das Grund­satz­ur­teil des Euro­päi­schen Gerichts­ho­fes für Men­schen­rech­te in Straß­burg. Die Fest­stel­lung im Fal­le eines afgha­ni­schen Asyl­su­chen­den aus Bel­gi­en, dass die Über­stel­lung nach Grie­chen­land eine Ver­let­zung der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on dar­stel­le, wird Aus­wir­kun­gen auf die Asyl­prü­fung in tau­sen­den von Fäl­len  Asyl­su­chen­der in Euro­pa haben, die von einer Abschie­bung nach Grie­chen­land bedroht sind.  Straß­burg stellt eine Ver­let­zung des Arti­kel 3 der Kon­ven­ti­on durch Grie­chen­land  und Bel­gi­en fest: Die Haft- und Lebens­be­din­gun­gen, denen der Schutz­su­chen­de in Grie­chen­land aus­ge­setzt wur­de, stel­len eine unmensch­li­che oder ernied­ri­gen­de Behand­lung dar.

Die Ver­ur­tei­lung des über­stel­len­den Staa­tes, Bel­gi­en, und des Auf­nah­me­staa­tes, Grie­chen­land, ist aus der Sicht von PRO ASYL eine „Stern­stun­de für den Men­schen­recht­schutz in Euro­pa“.

Mit die­sem Urteil stellt Straß­burg klar, dass ein blin­des Abschie­ben, ohne einen wirk­sa­men Rechts­be­helf gegen die Über­stel­lung, nicht im Ein­klang mit der Euro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on steht.

„Nach dem Straß­bur­ger Urteil müs­sen EU-weit Über­stel­lun­gen von Asyl­su­chen­den nach Grie­chen­land gestoppt wer­den“, so Karl Kopp, Euro­pa­re­fe­rent von PRO ASYL.Der offen­kun­di­ge Kol­laps des grie­chi­schen Asyl­sys­tems ist auch Aus­druck einer Sys­tem­kri­se des euro­päi­schen Asyl­zu­stän­dig­keits­sys­tems Dub­lin II“. Die nicht funk­tio­nie­ren­de Dub­lin-Ver­ord­nung muss nun grund­le­gend über­ar­bei­tet wer­den. Die EU ist in der Pflicht, zügig eine soli­da­ri­sche und men­schen­rechts­kon­for­me Asyl­zu­stän­dig­keits­re­ge­lung zu schaf­fen.

Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­ho­fes für Men­schen­rech­te (engl.) »

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 Straß­bur­ger Urteil zum Dub­lin-Sys­tem (24.01.11)

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