20.03.2018

PRO ASYL: Schä­bi­gen Deal mit Erdo­gan been­den!

Zum 2. Jah­res­tag der Umset­zung des soge­nann­ten Flücht­lings­de­als mit Erdo­gan gibt es wie­der tote Geflüch­te­te in der Ägä­is und der »Part­ner der EU« bei der Flücht­lings­ab­wehr, die Tür­kei, führt einen völ­ker­rechts­wid­ri­gen Angriff in Nord­sy­ri­en. Mehr als 150.000 Men­schen flo­hen bereits aus der Stadt Afrin.

PRO ASYL for­dert, end­lich den schä­bi­gen Deal zu Las­ten der Flücht­lings­rech­te zu been­den. Die Tür­kei ist kein »siche­rer Dritt­staat«. Erdo­gan pro­du­ziert mitt­ler­wei­le die Flücht­lin­ge im eige­nen Land und in Nord­sy­ri­en, für deren »Abwehr« er sich von der EU hofie­ren und  bezah­len lässt.

Seit Inkraft­tre­ten des EU-Tür­kei-Deals am 20. März 2016 herrscht ein per­ma­nen­ter Aus­nah­me­zu­stand auf den Inseln in der Ägä­is. Sie wur­den zu einem Frei­luft­ge­fäng­nis für Tau­sen­de Schutz­su­chen­de. Das grie­chi­sche Asyl­recht wur­de mehr­fach auf Druck aus Brüs­sel und Ber­lin ver­schärft, um es mit dem Tür­kei-Deal kom­pa­ti­bel zu machen: Rechts­staat­lich­keit und Unab­hän­gig­keit der sich erst im Auf­bau befin­den­den grie­chi­schen Asyl­in­sti­tu­tio­nen wer­den dabei geop­fert.

Cir­ca 13.000 Flücht­lin­ge vege­tie­ren aktu­ell in den Lagern – den soge­nann­ten EU- Hot­spots – unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen vor sich hin: Zel­te im Morast, unzu­mut­ba­re hygie­ni­sche Bedin­gun­gen, Berich­te von Sui­zi­den, psy­chi­schen und phy­si­schen Erkran­kun­gen. Man­geln­de Sicher­heit ist in den EU-Hot­spots die Norm, es gibt schwer­wie­gen­de Vor­wür­fe sexu­el­ler Gewalt gegen Frau­en und Mäd­chen.

Wie dra­ma­tisch die Aus­wir­kun­gen des EU-Flücht­lings­de­als sind, zeigt der Fall des 19-jäh­ri­gen Humam aus Syri­en. Er floh gemein­sam mit sei­nem kran­ken Vater. In der Tür­kei wur­den sie in Haft miss­han­delt und an der Gren­ze beschos­sen. End­lich in Grie­chen­land ange­kom­men, droht Humam die Abschie­bung in die Tür­kei. Ein Fall aus der Arbeit von PRO ASYL/RSA.

Seit Mona­ten appel­lie­ren Flücht­lin­ge und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen,  die Schutz­su­chen­den end­lich auf das grie­chi­sche Fest­land zu ver­brin­gen – raus aus den Frei­luft­ge­fäng­nis­sen in der Ägä­is. Das Elend und das Leid der Flücht­lin­ge auf den ägäi­schen Inseln, das bewusst im Namen Euro­pas her­bei­ge­führt wur­de, muss unver­züg­lich been­det wer­den. Die grie­chi­schen Inseln müs­sen geöff­net wer­den und die Wei­ter­rei­se auf das grie­chi­sche Fest­land ermög­licht wer­den. Danach müs­sen siche­re und lega­le Wege für Flücht­lin­ge von Grie­chen­land nach Euro­pa geschaf­fen und das Recht auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung so schnell als mög­lich gewährt wer­den.

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