04.03.2009

Amnes­ty Inter­na­tio­nal, PRO ASYL und das Dia­ko­ni­sche Werk der EKD for­dern die kon­ti­nu­ier­li­che Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in Deutsch­land

Die Auf­nah­me ira­ki­scher Flücht­lin­ge in Deutsch­land ist begrü­ßens­wert, kann aber nur ein ers­ter Schritt sein. Deutsch­land soll­te sich im Rah­men von Neu­an­sied­lungs­pro­gram­men drin­gend ver­pflich­ten, ein jähr­li­ches Kon­tin­gent von Flücht­lin­gen dau­er­haft auf­zu­neh­men und zu inte­grie­ren. Dies haben Ver­tre­ter von PRO ASYL, Amnes­ty Inter­na­tio­nal und des Dia­ko­ni­schen Werks der EKD heu­te in Ber­lin gefor­dert. Anlass ist das bevor­ste­hen­de Ein­tref­fen der ers­ten von ins­ge­samt 2.500 ira­ki­schen Flücht­lin­gen, deren Auf­nah­me die Bun­des­re­gie­rung im letz­ten Jahr zuge­sagt hat­te. Mit­te März sol­len die ers­ten Ira­ker in Deutsch­land ankom­men.

Mehr als 6 Mil­lio­nen Flücht­lin­ge welt­weit befin­den sich heu­te in einer anhal­tend aus­weg­lo­sen Situa­ti­on. Die gro­ße Mehr­heit von ihnen flüch­tet in die Nach­bar­län­der. Vie­le die­ser Erst­zu­fluchts­län­der benö­ti­gen mehr als finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. So sind in den letz­ten Jah­ren allein etwa zwei Mil­lio­nen Ira­ker in die Nach­bar­län­der Syri­en und Jor­da­ni­en geflo­hen. Das über­for­dert Wirt­schaft und Gesell­schaft die­ser Län­der.

Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL: „Die­ses Auf­nah­me­pro­gramm bahnt den reli­giö­sen Min­der­hei­ten und ande­ren  Schutz­be­dürf­ti­gen aus dem Irak einen Weg aus der Sack­gas­se. Aller­dings brau­chen mehr als 2.500 Men­schen – oder die 10.000, die die EU auf­nimmt – eine siche­re Hei­mat.“

Deutsch­land und die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft dür­fen die Erst­zu­fluchts­staa­ten nicht allein las­sen und soll­ten über soge­nann­te Resett­le­ment-Pro­gram­me dau­er­haft Schutz bie­ten. Mehr als 50 Orga­ni­sa­tio­nen tra­gen bereits die For­de­rung nach einem Pro­gramm zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen mit. Mit der Kam­pa­gne „Save me – eine Stadt sagt ja!“ sol­len Kom­mu­nen bun­des­weit Schutz­be­dürf­ti­gen Auf­nah­me bie­ten. In einer gan­zen Rei­he von Städ­ten gibt es heu­te sol­che Initia­ti­ven.

Katha­ri­na Weg­ner, Dia­ko­ni­sches Werk der EKD: „Wenn Deutsch­land und die EU sich ange­mes­sen an Resett­le­ment-Pro­gram­men betei­li­gen, ver­schafft dies Men­schen, von denen vie­le oft ein Jahr­zehnt in Flücht­lings­la­gern leben, einen Zugang zu ele­men­ta­ren Rech­ten.“

„Wir brau­chen drin­gend Resett­le­ment-Pro­gram­me, die die Erst­zu­fluchts­län­der bei der Auf­nah­me von Flücht­lin­gen unter­stüt­zen“, sag­te die Flücht­lings­ex­per­tin von Amnes­ty Inter­na­tio­nal, Julia Duch­row. „Sie dür­fen aber nicht dazu miss­braucht wer­den, den indi­vi­du­el­len Anspruch eines Flücht­lings auf Schutz zu erset­zen. Resett­le­ment-Pro­gram­me sind ein wich­ti­ges ergän­zen­des Instru­ment des Flücht­lings­schut­zes.“ 

Für Inter­view­an­fra­gen und wei­te­re Infor­ma­tio­nen wen­den Sie sich bit­te an:

Amnes­ty Inter­na­tio­nal, Pres­se­stel­le, Tel. 030–420248306, e-mail: presse(at)amnesty.de

PRO ASYL: Tel. 069 / 23 06 88, e-mail: proasyl(at)proasyl.de

Dia­ko­ni­sches Werk der EKD: Tel. 030 / 83 00 13 47, e-mail: wegner(at)diakonie.de

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