31.07.2019

PRO ASYL: Ein­schrän­kung trifft vor allem syri­sche Fami­li­en

Ein Jahr nach der Umwand­lung des Grund­rechts auf Fami­lie für sub­si­di­är Geschütz­te in ein Gna­den­kon­tin­gent zieht PRO ASYL eine bit­te­re Bilanz. »Das Leid der Betrof­fe­nen wur­de unter die Wahr­neh­mungs­schwel­le in Deutsch­land gedrückt. Was vor einem Jahr die öffent­li­che Dis­kus­si­on bestimm­te, spielt heu­te kei­ne Rol­le mehr«, kri­ti­siert Gün­ter Burk­hardt, Geschäfts­füh­rer von PRO ASYL.

Mit der Beschrän­kung auf 1.000 Visa pro Monat hat die Regie­rung ein Grund­recht besei­tigt. Die betrof­fe­nen Fami­li­en wer­den in einen Büro­kra­tie-Dschun­gel geschickt, ohne jede zeit­na­he Per­spek­ti­ve und Pla­nungs­si­cher­heit, ob und wann sie es in das Monats­kon­tin­gent schaf­fen wer­den.

Die Rege­lung trifft vor allem syri­sche Fami­li­en hart. Allein bei der Bot­schaft in Bei­rut sind der­zeit rund 15.000 Ter­min­an­fra­gen auf Zusam­men­füh­rung zu sub­si­di­är Geschütz­ten anhän­gig. PRO ASYL weist dar­auf hin, dass die Rea­li­tät in Syri­en eine Rück­kehr unmög­lich macht. Die Fami­li­en­ein­heit kann nur in Deutsch­land her­ge­stellt wer­den.

Lage in Syri­en

Die Ein­schät­zung aus dem Lage­be­richt des Aus­wär­ti­gen Amtes vom Novem­ber 2018, der eigens zu der dama­li­gen IMK erstellt wur­de, legt über­zeu­gend dar, dass die Assad-Dik­ta­tur ihren Repres­si­ons­ap­pa­rat wei­ter aus­ge­baut hat, dass die unter­schied­li­chen Geheim­diens­te fak­tisch kei­nen recht­lich defi­nier­ten Beschrän­kun­gen unter­lie­gen und die­se Haft­an­stal­ten unter­hal­ten, in denen sys­te­ma­tisch gefol­tert wird.

Die Ver­fol­gungs­hand­lun­gen des Assad-Regimes sind durch ein hohes Maß an Will­kür gekenn­zeich­net. Jede Per­son, die auch nur ver­däch­tigt wird, dem Regime gegen­über illoy­al gesinnt zu sein, kann Opfer von Ver­fol­gungs­hand­lun­gen wer­den. Syri­schen Flücht­lin­gen droht daher bei Rück­kehr nach Syri­en erheb­li­che Gefahr, Opfer will­kür­li­cher Inhaf­tie­rung, von Fol­ter und Ver­schwin­den-Las­sen zu wer­den. Ins­be­son­de­re Wehr­dienst­ent­zie­hern und Deser­teu­ren dro­hen will­kür­li­che Stra­fen und /oder Zwangs­re­kru­tie­rung in die syri­sche Armee oder in regi­me­loya­le Mili­zen.

PRO ASYL hat zum Fami­li­en­nach­zug zu sub­si­di­är Geschütz­ten ein Fac­ts­heet ver­öf­fent­licht.

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