19.06.2009

Noch immer war­ten Eli­as Bier­del und Kapi­tän Ste­fan Schmidt auf ein Urteil. Die nächs­te Ver­hand­lung wur­de auf den 21. Juli 2009 ver­tagt, solan­ge blei­ben die bei­den Lebens­ret­ter im Unge­wis­sen über ihre Zukunft. Bei der letz­ten Anhö­rung hat­te die Ver­tei­di­gung auf Frei­spruch plä­diert. Sie leg­te dar, das Schiff Cap Ana­mur hät­te sich in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern befun­den

Noch immer war­ten Eli­as Bier­del und Kapi­tän Ste­fan Schmidt auf ein Urteil. Die nächs­te Ver­hand­lung wur­de auf den 21. Juli 2009 ver­tagt, solan­ge blei­ben die bei­den Lebens­ret­ter im Unge­wis­sen über ihre Zukunft.

Bei der letz­ten Anhö­rung hat­te die Ver­tei­di­gung auf Frei­spruch plä­diert. Sie leg­te dar, das Schiff Cap Ana­mur hät­te sich in inter­na­tio­na­len Gewäs­sern befun­den und gemäß der inter­na­tio­na­len Kon­ven­tio­nen gehan­delt. Es han­de­le sich nicht um Bei­hil­fe zur ille­ga­len Ein­rei­se, son­dern huma­ni­tä­re Hil­fe, die durch das ille­gi­ti­me Ver­hal­ten der ita­lie­ni­schen Regie­rung eska­liert sei. Die Staats­an­walt­schaft for­der­te 4 Jah­re Haft und eine Stra­fe von jeweils 400.000€. Der­weil setzt Ita­li­en sei­ne rigi­den Maß­nah­men gegen Flücht­lin­ge fort.

Zum Hin­ter­grund: Das deut­sche Schiff Cap Ana­mur ret­te­te im Juni 2004 37 Men­schen aus See­not. Für die­se Ret­tungs­tat ste­hen Ste­fan Schmidt und Eli­as Bier­del in Ita­li­en vor Gericht. Den bei­den Lebens­ret­tern dro­hen Haft, exor­bi­tan­te Geld­stra­fen und wei­te­re zer­mür­ben­de Jah­re in der nächs­ten Gerichts­in­stanz. PRO ASYL und die BAG Asyl in der Kir­che for­dern ihre umfas­sen­de Reha­bi­li­tie­rung und rufen im Rah­men einer Soli­da­ri­täts­ak­ti­on dazu auf, sich aktiv mit Pro­test­mails an das ita­lie­ni­sche Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um zu wen­den. Über 5000 Ein­zel­per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen aus 20 Staa­ten haben mitt­ler­wei­le den Appell „Huma­ni­tä­re Hil­fe ist kein Ver­bre­chen“ unter­zeich­net.

Hin­ter­grün­de zum Cap Ana­mur Pro­zess »

Zur Akti­on „Huma­ni­tä­re Hil­fe ist kein Ver­bre­chen!“

 Lebens­ret­ter ver­ur­teilt (18.11.09)