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Am 26.05. schweigt der Kirchentag in Berlin für eine Minute. Quelle: fluchtgedenken.de

Während des Kirchentags in Berlin wird unter dem Motto #FluchtGedenken eine Schweigeminute abgehalten – um in aller Öffentlichkeit auf das Sterben im Mittelmeer aufmerksam zu machen. Und das ist dringend nötig, wie die immer weiter steigenden Todeszahlen zeigen.

Über 5.000 Flücht­lin­ge sind im ver­gan­ge­nen Jahr im Mit­tel­meer ertrun­ken. Und die Abschot­tung Euro­pas for­dert auch 2017 wei­ter­hin Tau­sen­de Todes­op­fer: Bis Mit­te Mai sind bereits 1.364 Men­schen auf der Flucht nach Euro­pa im Mit­tel­meer gestor­ben – bei nur einem Bruch­teil von Über­fahr­ten.

2016 wur­den vom UNHCR rund 360.000 Ankünf­te ver­zeich­net, in die­sem Jahr sind es rund 55.000 – obwohl die Zahl der Flücht­lin­ge also bis­lang nur 1/7 des Vor­jah­res umfasst, liegt die Todes­zahl schon bei mehr als 1/4 der Gesamt­zahl von 2016.

»Wir rufen auf, der Toten der Gren­zen zu geden­ken und für eine Poli­tik ein­zu­ste­hen, die Men­schen schützt und ihre Wür­de ach­tet. «

Kam­pa­gne #Flucht­Ge­den­ken

Du siehst mich. Siehst du mich?             

Um auf das Ster­ben im Mit­tel­meer auf­merk­sam zu machen, orga­ni­siert ein brei­tes Bünd­nis aus kirch­li­chen und nicht-kirch­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen eine Schwei­ge­mi­nu­te im Rah­men des Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tags in Ber­lin:

»Als Freun­din­nen und Freun­de des Evan­ge­li­schen Kir­chen­tags, als Kir­chen, Ver­ei­ne und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen macht uns die­ses tau­send­fa­che Ster­ben sprach­los. Wir bekla­gen nicht die Toten einer Natur­ka­ta­stro­phe, son­dern die Opfer einer ver­fehl­ten Poli­tik, die auf Abschre­ckung und Abschot­tung setzt.«

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Das Pla­kat zur Schwei­ge­mi­nu­te – Down­load mög­lich unter fluchtgedenken.de

Dazu wird sowohl auf allen Ver­an­stal­tun­gen des Kir­chen­tags als auch bei der zen­tra­len Gedenk­ver­an­stal­tung auf dem Washing­ton­platz um 12 Uhr für eine Minu­te geschwie­gen. Die Gedenk­ver­an­stal­tung beginnt bereits um 11 Uhr mit einem Rah­men­pro­gramm, bei dem es auch Zeug­nis­be­rich­te von Flücht­lin­gen und See­not­ret­tern geben wird.

»Die aktu­el­le Migra­ti­ons­po­li­tik ist nicht alter­na­tiv­los, son­dern eine bewuss­te Ent­schei­dung gegen die Men­schen­rech­te.«

Gesi­ne Schwan

Die tödlichste Grenze der Welt

Seit dem Jahr 2000 haben weit über 30.000 Men­schen ihr Leben an Euro­pas Gren­zen gelas­sen – auf der Flucht vor Krieg, Ter­ror und Not und in der Hoff­nung auf eine bes­se­re Zukunft. Damit ist die Außen­gren­ze unse­res Kon­ti­nents die töd­lichs­te der Welt. »Statt zivi­le See­not­ret­tung zu kri­ti­sie­ren oder zu kri­mi­na­li­sie­ren, müs­sen wir end­lich die Mög­lich­kei­ten men­schen­wür­di­ger Flücht­lings­po­li­tik umset­zen«, for­dert daher die Schirm­her­rin der Kam­pa­gne, Gesi­ne Schwan.

»Bis dahin ver­ant­wor­tet Euro­pa – und damit auch Deutsch­land – eine huma­ni­tä­re Kata­stro­phe.«

Gesi­ne Schwan

PRO ASYL beim Kirchentag

PRO ASYL wird auch mit einem eige­nen Info­stand beim Kir­chen­tag vor Ort sein. Alle Besu­cher kön­nen sich auf dem »Markt der Mög­lich­kei­ten« umfas­send über aktu­el­le Flücht­lings­the­men infor­mie­ren.