15.08.2012
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Sozialämter dürfen die Auszahlung höherer Leistungen an Asylbewerber nicht verschleppen.

Uns erreichen immer wieder Anfragen von Flüchtlingen, denen die nach dem Urteil zustehenden Leistungen vorenthalten werden. PRO ASYL empfiehlt, dagegen SOFORT schriftlichen Widerspruch einzulegen.

Nach Infor­ma­tio­nen der Flücht­lings­rä­te ver­su­chen vie­le Sozi­al­äm­ter, die Aus­zah­lung der Leis­tun­gen zu ver­schlep­pen oder sie bezah­len die­se nicht in der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­ord­ne­ten Höhe. Im Juli hat­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt geur­teilt, dass Asyl­su­chen­den ab sofort höhe­re Leis­tun­gen zuste­hen. Allein­ste­hen­de bekom­men spä­tes­tens ab August 2012 monat­lich Leis­tun­gen in Höhe von 346 Euro, davon min­des­tens 134 Euro in bar.

Eine Über­sicht über die Höhe der zuste­hen­den Leis­tun­gen sowie Hin­wei­se, in wel­chen Fäl­len Zah­lun­gen rück­wir­kend erreicht wer­den kön­nen, geben wir hier.

Auf kom­mu­na­ler Ebe­ne wird das Urteil aber offen­bar vie­ler­orts noch nicht umge­setzt. Die­se Pra­xis ist rechts­wid­rig, auch wenn die Ämter behaup­ten, es wer­de sowie­so gezahlt, ggf. spä­ter. Flücht­lin­gen und Unter­stüt­zern raten wir daher drin­gend, sich nicht abspei­sen zu las­sen, son­dern sofort schrift­li­chen Wider­spruch ein­zu­le­gen (Mus­ter). Der Wider­spruch ist auch ohne schrift­li­chen Bescheid des Sozi­al­am­tes jeder­zeit mög­lich.

Man­dats­trä­gern in den Kom­mu­nen emp­feh­len wir, in den Par­la­men­ten schrift­li­che Anfra­gen über die Leis­tungs­pra­xis zu stel­len. Als Anre­gung kann eine Vor­la­ge die­nen, die wir nach einer Anfra­ge der Frak­ti­on Die Lin­ke – BSG in Cel­le erstellt haben.

Der Ber­li­ner Flücht­lings­rat hat eine eige­ne Inter­net­sei­te mit Tipps und Infor­ma­tio­nen zum Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz ein­ge­rich­tet.  

Vor­la­ge Wider­spruch zum her­un­ter­la­den (doc)

Vor­la­ge par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge (doc)

 Län­der­initia­ti­ve zur Abschaf­fung des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes (02.10.12)