01.08.2013
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Bild: Piero Chiussi

Mit Songs, in denen sie die politische Entrechtung und soziale Ausgrenzung von Flüchtlingen in Deutschland und Europa anprangern, begeistern die „Refugees“ tausende Konzertbesucherinnen und -Besucher in ganz Deutschland.

Mehr als 50 Konzerte haben die 13 Musikerinnen und Musiker gespielt und ihr Publikum mit Dub-, Reggae-, Hiphop- und Balkanbeat-Nummern begeistert. Weitere Auftritte sollen folgen: Noch bis zum 19. November reicht die Liste der Konzerttermine von Tour-Initiator Heinz Ratz mit seiner Band “Strom und Wasser” und “The Refugees”: Flüchtlingen, die bereits in ihren Herkunftsländern professionell Musik gemacht hatten und die Ratz bei Besuchen in Flüchtlingsunterkünften kennengelernt hat.

Nach der ersten Halbzeit der “Lagertour 2013” zieht Ratz eine positive Bilanz: Im Schnitt besuchten 300 bis 400 Menschen die Konzerte und setzten ein Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen. 

Tour fand zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer

In einigen Städten haben Flüchtlingsinitiativen die Band tatkräftig unterstützt: Durch Informationsstände oder Pressearbeit, vor allem aber dabei, jene Schutzsuchende zu den Konzerten einzuladen, die in völliger Isolation, fernab des sozialen und kulturellen Lebens in den Städten, ohne Möglichkeiten zu einer sinnvollen Betätigung in trostlosen Flüchtlingslagern ausharren.

Deneintönigen Lageralltag kennen die Musiker von „The Refugees“ nur zu gut. In der ersten Hälfte der Tour haben sie mit Heinz Ratz daher rund 400 Instrumente in verschiedenen Lagern an Flüchtlinge verteilt – Gitarren, Saxophone, Schlagzeuge ‑ großzügige Spenden aus dem Publikum. 

Einige Wochen die Hoffnungslosigkeit vergessen

Mit Heinz Ratz können die tourenden Künstlerinnen und Künstler für einige Wochen nicht nur dem Lager entfliehen, sondern auch der Hoffnungslosigkeit. Ein Leben im Lager bedeutet in der Regel die drohende Abschiebung, Arbeits- und Reiseverbote, ein eingeschränktes Recht auf medizinische Versorgung und der faktische Ausschluss von Bildung, kurz: dramatische Erfahrungen von Entrechtung, Entwertung und sozialer Ausgrenzung als Folge einer Politik der Abschottung gegen Flüchtlinge –  einer Politik, die derzeit durch das gemeinsame, begeisterte Konzerterleben der „Refugees“ und ihres Publikums Abend für Abend ad absurdum geführt wird.

Den diskriminierenden Vorschriften zum Trotz werden die Flüchtlinge aus Gambia, Afghanistan, der Elfenbeinküste, Iran, Afghanistan und weiteren Ländern bundesweit noch weitere Konzerte spielen. Spenden und helfende Hände sind auch in der zweiten Runde der von PRO ASYL unterstützten Tour wärmstens willkommen.

Kontaktdaten, Informationen und Tourdaten auf der Webseite von Heinz Ratz:

http://1000bruecken.de/

 Flüchtlinge auf Konzerttournee: (25.02.13)