16.02.2012
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Hassan Khateeb, der sich im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft PRO ASYL engagiert, hat endlich einen Aufenthaltstitel.

Nach einem langen Kampf um ein Bleiberecht soll die Flüchtlingsfamilie endlich ein Aufenthaltsrecht erhalten – ein Erfolg für alle, die die Familie unterstützt haben.

Das Schick­sal der Fami­lie Kha­teeb, die seit 20 Jah­ren in Deutsch­land lebt und den­noch von den Behör­den nur gedul­det wur­de, hat in der Öffent­lich­keit gro­ße Wel­len geschla­gen. Immer wie­der soll­ten die Kha­teebs abge­scho­ben wer­den. Zahl­rei­che Medi­en berich­te­ten, vie­le Bür­ger und Bür­ge­rin­nen enga­gier­ten sich für ein Blei­be­recht der Fami­lie.

Für den Sohn der Fami­lie, Hassan Kha­teeb, der an der Frank­fur­ter Uni­ver­si­tät Jura stu­diert, setz­te sich nicht nur sei­ne ehe­ma­li­ge Leh­re­rin, son­dern auch der Prä­si­dent der Goe­the-Uni­ver­si­tät und zahl­rei­che Pro­fes­so­ren ein. Auch Rudolf Stein­berg, des­sen Stif­tung Hassan Kha­teeb auf­grund sei­ner guter Stu­di­en­leis­tun­gen ein Sti­pen­di­um gab, pro­tes­tier­te. Über 10.000 Men­schen unter­stüt­zen die Peti­ti­on der Kha­teebs im Inter­net. In Diet­zen­bach, dem Hei­mat­ort der Kha­teebs, orga­ni­sier­ten Freun­dIn­nen, Nach­barn und Unter­stüt­ze­rIn­nen Kund­ge­bun­gen für die Fami­lie.

Trotz der brei­ten Unter­stüt­zung hat­te die Fami­lie sehr gro­ße Angst vor der Abschie­bung. Denn der Vater war bereits 2006 nach Jor­da­ni­en abge­scho­ben wor­den, wo er seit­her getrennt von sei­ner Fami­lie in einem paläs­ti­nen­si­schen Flücht­lings­la­ger lebt. Auch den Rest der Fami­lie woll­ten die Behör­den immer wie­der abschie­ben. Ein Abschie­bungs­ver­such schei­ter­te, weil der Pilot der Maschi­ne sich wei­ger­te, die unfrei­wil­li­gen Pas­sa­gie­re mit­zu­neh­men. Im Juni 2010 wur­de dann ein Antrag der Kha­teebs auf ein Blei­be­recht vor dem Peti­ti­ons­aus­schuss des hes­si­schen Land­tags abge­lehnt. Wie­der droh­te die Abschie­bung. 

Schließ­lich wen­de­ten sie sich an die Här­te­fall­kom­mis­si­on Hes­sens. Im Okto­ber emp­fahl die­se dem hes­si­schen Innen­mi­nis­ter, der Fami­lie ein Auf­ent­halts­recht zu ertei­len. Innen­mi­nis­ter Boris Rhein (CDU) folg­te der Emp­feh­lung und begrün­de­te dies auch mit der erfolg­rei­chen Inte­gra­ti­on der Kin­der. Hassan Kha­teebs jün­ge­rer Bru­der stu­diert Wirt­schafts­recht, die ältes­te Schwes­ter steht vor dem Abitur.

Nun, meh­re­re Mona­te nach der Ent­schei­dung soll die Fami­lie end­lich die Auf­ent­halts­er­laub­nis bekom­men. Offen ist, ob der Vater zu sei­ner Fami­lie nach Deutsch­land zurück­keh­ren kann, wofür die Fami­lie – so wol­len es die Behör­den – noch die Kos­ten für die Abschie­bung des Vaters beglei­chen muss. 

Den­noch ist dies ein Erfolg für alle, die die Fami­lie in den Jah­ren des ban­gen War­tens unter­stützt haben. Und ein Gewinn für PRO ASYL. Hassan Kha­teeb enga­giert sich als Mit­glied des Vor­stands der Arbeits­ge­mein­schaft PRO ASYL für die Rech­te von Flücht­lin­gen und Migran­ten.

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