29.04.2011
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Im März 2011 veröffentlichte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Bericht zur Situation tschetschenischer Flüchtlinge in Polen. Anstoß dazu hatten zahlreiche Meldungen gegeben, die von den prekären Lebensbedingungen und der rechtlichen Unsicherheit von Asylsuchenden in Polen berichteten. Viele Schutzsuchende in Polen stammen aus Regionen mit bewaffneten Konflikten, wie Afghanistan, Irak, Somalia oder Tschetschenien. Die

Im März 2011 veröffentlichte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) einen Bericht zur Situation tschetschenischer Flüchtlinge in Polen. Anstoß dazu hatten zahlreiche Meldungen gegeben, die von den prekären Lebensbedingungen und der rechtlichen Unsicherheit von Asylsuchenden in Polen berichteten. Viele Schutzsuchende in Polen stammen aus Regionen mit bewaffneten Konflikten, wie Afghanistan, Irak, Somalia oder Tschetschenien. Die oftmals schwer traumatisierten Flüchtlinge werden während des Asylverfahrens in Aufnahmezentren untergebracht oder bis zu zwölf Monate inhaftiert. NGOs berichten von den dramatischen Bedingungen in den Haftanstalten: Familien werden getrennt, es gibt kaum Möglichkeiten, sich im Freien aufzuhalten, die hygienischen Bedingungen sind schlecht und für den Schutz von Kindern wird nicht gesorgt. Die inhaftierten Asylsuchenden haben in Polen keinen Zugang zu staatlicher Rechtshilfe. Auch in den Aufnahmezentren werden die Bedingungen als katastrophal beschrieben. Manche Asylbewerber warten bis zu zwei Jahre in den Zentren auf den Entscheid ihres Verfahrens.
Aufgrund dieser Lebensbedingungen, versuchen viele tschetschenische Flüchtlinge in andere EU-Länder weiterzureisen. Einige von ihnen gelangen nach Deutschland und müssen eine Rücküberstellung nach Polen im Rahmen der Dublin II-Verordnung befürchten.

Zum Bericht „Die Situation tschetschenischer Flüchtlinge in Polen“ >>

 Flüchtlinge aus Tschetschenien: Zu Hause gefährdet, in Deutschland von Abschiebung bedroht (24.09.13)