02.05.2011
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Kundgebung vor dem Deutschen Bundestag, Januar 2010

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern teilt in einem Schrei­ben vom 28. April 2011 an die Innen­mi­nis­ter/-sena­to­ren der Län­der mit, es sei nicht rat­sam, vor­läu­fig bis zur Klä­rung der Ver­hält­nis­se in Syri­en tat­säch­lich Abschie­bun­gen vor­zu­neh­men. Außer­dem wer­de das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge vor­läu­fig kei­ne Asy­l­ent­schei­dun­gen zum Her­kunfts­land Syri­en tref­fen. Inzwi­schen neh­men die Gewalt­ex­zes­se durch das Assad-Regime

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern teilt in einem Schrei­ben vom 28. April 2011 an die Innen­mi­nis­ter/-sena­to­ren der Län­der mit, es sei nicht rat­sam, vor­läu­fig bis zur Klä­rung der Ver­hält­nis­se in Syri­en tat­säch­lich Abschie­bun­gen vor­zu­neh­men. Außer­dem wer­de das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge vor­läu­fig kei­ne Asy­l­ent­schei­dun­gen zum Her­kunfts­land Syri­en tref­fen.

Inzwi­schen neh­men die Gewalt­ex­zes­se durch das Assad-Regime immer schreck­li­che­re Dimen­sio­nen an. Syri­schen Men­schen­rechts­be­ob­ach­tern zufol­ge wur­den seit Pro­test­be­ginn im März ins­ge­samt 545 Zivi­lis­ten getö­tet, auf Sei­ten der Sicher­heits­kräf­te kam es zu 86 Toten. Zwar hat­te bereits die Ver­ab­schie­dung des Rück­über­nah­me­ab­kom­men der deut­schen Regie­rung mit Syri­en im August 2008 zu hef­ti­gen Pro­tes­ten von Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen geführt. Denn bereits vor dem aktu­el­len Gewalt­aus­bruch lan­de­ten aus Deutsch­land nach Syri­en Abge­scho­be­ne in syri­scher Haft unter unmensch­li­chen Bedin­gun­gen. Die Eska­la­ti­on der Gewalt gegen die Pro­test­be­we­gung im Land offen­bart um so mehr die Unver­ant­wort­lich­keit der deut­schen Rück­füh­rungs­po­li­tik. Für die­ses Jahr waren bereits 160 Men­schen für eine Abschie­bung nach Syri­en ange­mel­det.

Die tem­po­rä­re Aus­set­zung von Abschie­bun­gen nach Syri­en kann nur ein ers­ter Schritt sein. Das Rück­über­nah­me­ab­kom­men zwi­schen Deutsch­land und Syri­en muss end­gül­tig auf­ge­kün­digt wer­den und den betrof­fe­nen Men­schen umge­hend Schutz gewährt wer­den.

Rück­über­nah­me­ab­kom­men Deutsch­land-Syri­en »

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