Das Aus­wär­ti­ge Amt, die Fach­re­fe­ra­te für Aus­län­der­recht und für Visum­ein­zel­fäl­le haben Fra­gen des Deut­schen Roten Kreu­zes im Zusam­men­hang mit der Orga­ni­sa­ti­on von Fami­li­en­zu­sam­men­füh­run­gen beant­wor­tet, die aller­dings nur einen klei­nen Teil des rie­si­gen Pro­blems zu lin­dern ver­spre­chen. Antrag­stel­ler auf Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung sehen sich in sehr vie­len Fäl­len fast unüber­wind­li­chen Hür­den gegen­über. Beson­ders betrof­fen sind seit län­ge­rem syri­sche Flücht­lin­ge, seit­dem die Tür­kei – seit Janu­ar 2016 – zur Ein­rei­se in die Tür­kei ein Visum ver­langt. Die Ertei­lungs­pra­xis ist kom­pli­ziert. In der Regel müs­sen Visa bei tür­ki­schen Aus­lands­ver­tre­tun­gen in einem der Nach­bar­län­der zumin­dest bean­tragt wer­den. Beson­ders schwie­rig ist die Situa­ti­on für Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge syri­scher Flücht­lin­ge, die schon mona­te­lan­ge War­te­zei­ten hin­ter sich haben, bis sie bei der deut­schen Aus­lands­ver­tre­tung in der Tür­kei einen Vor­spra­che­termin zur Antrag­stel­lung zwecks Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung wahr­neh­men kön­nen. Vie­le schaf­fen dies nicht, da sie nicht in die Tür­kei ein­rei­sen kön­nen. Die Situa­ti­on ist dem Aus­wär­ti­gen Amt natür­lich bekannt, sei­ne Aus­künf­te sind jedoch wenig hilf­reich. Die deut­sche Bot­schaft in Anka­ra ste­he zu den Ein­rei­se­for­ma­li­tä­ten für syri­sche Flücht­lin­ge in Kon­takt mit den tür­ki­schen Behör­den und beto­ne immer wie­der, dass den nach­zugs­be­rech­tig­ten Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen eine Ein­rei­se unter erleich­ter­ten Bedin­gun­gen ermög­licht wer­den sol­le. Letzt­end­lich aber schei­ter­ten sehr vie­le Antrag­stel­ler im Visum­ver­fah­ren. (Pres­se­mit­tei­lung PRO ASYL, 7.4.2016)

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