28.11.2011

Auf die von PRO ASYL mit­in­iti­ier­te Kam­pa­gne „Save me – eine Stadt sagt ja“, die sich für die huma­ni­tä­re Auf­nah­me von Flücht­lin­gen stark macht, reagiert die NPD Dres­den mit einer ras­sis­ti­schen und men­schen­ver­ach­ten­den Gegen­kam­pa­gne. „Wir als NPD stem­men uns mit aller Kraft gegen die soge­nann­te save me-Kam­pa­gne von PRO ASYL und deren lin­ken und grü­nen Hel­fers­hel­fern, gegen die Zer­stö­rung unse­rer natio­na­len Iden­ti­tät und gegen die Ver­schwen­dung von Steu­er­gel­dern“, heißt es in der Pres­se­er­klä­rung der NPD.

Mit ihrer Hetz­kam­pa­gne „Eine Stadt sagt Nein – Kei­ne dau­er­haf­te Ansied­lung von Afri­ka­nern in Dres­den“ bezieht sich die NPD auf einen Beschluss des Dresd­ner Stadt­rats, in dem sich die Stadt zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen im Rah­men eines Resett­le­ment-Pro­gramms bereit erklärt. PRO ASYL erwar­tet von der Stadt Dres­den und vom Frei­staat Sach­sen, dass sie sich der ras­sis­ti­schen Het­ze der NPD aktiv ent­ge­gen­stel­len, indem sie sich geschlos­sen hin­ter den Stadt­rats­be­schluss zur Auf­nah­me von Flücht­lin­gen stel­len. In den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten hat sich die Poli­tik immer wie­der der rech­ten Stim­mungs­ma­che ange­bie­dert. Wenn sie nun Ras­sis­mus ent­ge­gen­tre­ten will, muss sie jetzt erst Recht offen­siv für eine huma­ne Flücht­lings­po­li­tik ein­tre­ten.

Die Ent­schei­dung über ein Auf­nah­me­pro­gramm für Flücht­lin­ge fällt bei der Innen­mi­nis­ter­kon­fe­renz am 8. und 9. Dezem­ber. PRO ASYL appel­liert an die Innen­mi­nis­ter von Bund und Län­dern, einen für den Schutz der Flücht­lin­ge welt­weit wich­ti­gen Schritt zu unter­neh­men und end­lich ihre Bereit­schaft zur Mit­wir­kung am Resett­le­ment-Pro­gramm des UNHCR zu erklä­ren. Vor­dring­lich ist die Auf­nah­me der rund 5.000 Flücht­lin­ge, die sich in Tune­si­en, Liby­en und Ägyp­ten in aus­weg­lo­ser Lage befin­den. Gera­de ein­mal 374 Auf­nah­me­plät­ze wur­den von EU-Staa­ten zuge­sagt – Deutsch­land ist bis­lang nicht dar­un­ter. Dabei ist die Bereit­schaft, Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men, in vie­len deut­schen Städ­ten vor­han­den: Die „Save me-Kam­pa­gne“ von PRO ASYL und vie­len ande­ren zivil­ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen hat bis­lang dazu geführt, dass sich 44 Städ­te und Gemein­den bereit erklärt haben, Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men.

Hin­weis: Anders als ursprüng­lich dar­ge­stellt hat nicht die NPD-Frak­ti­on Sach­sen, son­dern der NPD-Kreis­ver­band Dres­den die Pres­se­mit­tei­lung zur Kam­pa­gne initi­iert.

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