29.01.2026

Pres­se­state­ment

Heu­te wird in ers­ter Lesung im Bun­des­tag über ein Gesetz zum Büro­kra­tie­rück­bau im Bereich des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums dis­ku­tiert. Zu den vor­ge­schla­ge­nen Strei­chun­gen gehört die der Ver­pflich­tung der Bun­des­re­gie­rung, dem Bun­des­tag alle zwei Jah­re über die Situa­ti­on in den gesetz­lich bestimm­ten soge­nann­ten siche­ren Her­kunfts­staa­ten zu berich­ten. Die­se Berichts­pflicht ist bis­her im Para­graph 29a Absatz 2a Asyl­ge­setz geregelt.

Dazu kom­men­tiert Wieb­ke Judith, rechts­po­li­ti­sche Spre­che­rin von PRO ASYL:

„Unter dem Deck­man­tel des Büro­kra­tie­ab­baus baut die Bun­des­re­gie­rung ihre eige­ne Rechen­schafts­pflicht ab, indem sie die regel­mä­ßi­gen Berich­te über angeb­lich siche­re Her­kunfts­staa­ten abschaf­fen will. Die Strei­chung ist dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um nicht ein­mal eine Erwäh­nung in der Zusam­men­fas­sung wert. Man fin­det sie nur im Gesetz selbst, ver­steckt nach Rege­lun­gen zum De-Mail-Gesetz und Mel­de­pflich­ten für Bin­nen­schif­fer – eine Frechheit!

Die Fest­le­gung von soge­nann­ten siche­ren Her­kunfts­staa­ten greift tief in das Recht auf ein fai­res und unvor­ein­ge­nom­me­nes Asyl­ver­fah­ren ein. Da ist es das min­des­te, dass regel­mä­ßig über­prüft wird, ob es Ver­schlech­te­run­gen in den Län­dern gab und ob die Fest­le­gung revi­diert wer­den soll­te. Nach­dem die Bun­des­re­gie­rung im ver­gan­ge­nen Jahr eine zwei­te Lis­te angeb­lich siche­rer Her­kunfts­staa­ten ein­ge­führt hat, die sie per Rechts­ver­ord­nung und damit ver­fas­sungs­wid­rig ohne Bun­des­tag und Bun­des­rat allein bestim­men kann, ist dies der nächs­te Schritt, mit dem die Bun­des­re­gie­rung im Asyl­recht rechts­staat­li­che Stan­dards untergräbt.“

Zu der neu­en ver­fas­sungs­wid­ri­gen Lis­te siche­rer Her­kunfts­staa­ten hat PRO ASYL hier eine aus­führ­li­che Erläu­te­rung veröffentlicht.

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