23.05.2017

PRO ASYL ruft zur Teil­nah­me auf

Über 5.000 Flücht­lin­ge sind im ver­gan­ge­nen Jahr im Mit­tel­meer ertrun­ken. Die Abschot­tung Euro­pas for­dert auch 2017 wei­ter­hin Tau­sen­de Todes­op­fer: Bis Mit­te Mai sind bereits 1.364 Men­schen auf der Flucht nach Euro­pa im Mit­tel­meer gestor­ben. Die Anzahl der Todes­op­fer liegt bereits bei mehr als ¼ von 2016, obwohl die Zahl der Flücht­lin­ge bis­lang nur 1/7 des Vor­jah­res umfasst. 2016 wur­den vom UNHCR rund 360.000 Ankünf­te ver­zeich­net, in die­sem Jahr sind es bis jetzt rund 55.000.

Um auf das Ster­ben im Mit­tel­meer auf­merk­sam zu machen, rufen die EKD, Lan­des­kir­chen, Dia­ko­nie, Brot für die Welt, die Ber­li­ner Stadt­mis­si­on, die BAG Asyl in der Kir­che, Sea Watch und PRO ASYL beim Kir­chen­tag in Ber­lin gemein­sam zu einer Gedenk­ver­an­stal­tung auf:

»Als Freun­din­nen und Freun­de des Evan­ge­li­schen Kir­chen­tags, als Kir­chen, Ver­ei­ne und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen macht uns die­ses tau­send­fa­che Ster­ben sprach­los. Wir bekla­gen nicht die Toten einer Natur­ka­ta­stro­phe, son­dern die Opfer einer ver­fehl­ten Poli­tik, die auf Abschre­ckung und Abschot­tung setzt.
Gera­de bei die­sem Kir­chen­tag in der Haupt­stadt, wo wei­ße Kreu­ze uns an die Toten der Ber­li­ner Mau­er erin­nern, wol­len wir die Toten der euro­päi­schen Außen­gren­zen nicht ver­ges­sen. Sie alle waren Got­tes gelieb­te Kin­der.
Wir rufen daher auf, der Toten der Gren­zen zu geden­ken und für eine Poli­tik ein­zu­ste­hen, die Men­schen schützt und ihre gott­ge­ge­be­ne Wür­de ach­tet.«

Über 30.000 Men­schen haben seit dem Jahr 2000 auf dem Weg nach Euro­pa ihr Leben ver­lo­ren. Damit ist die euro­päi­sche Außen­gren­ze, die Gren­ze unse­res Kon­ti­nents, die töd­lichs­te Gren­ze der Welt. Men­schen ertrin­ken zu las­sen, ver­stößt gegen die Euro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on und beschä­digt die See­le Euro­pas.

Die Gedenk­ver­an­stal­tung beginnt am 26. Mai 2017 um 11 Uhr auf dem Washing­ton­platz vor dem Ber­li­ner Haupt­bahn­hof. Um 12 Uhr soll auf allen Ver­an­stal­tun­gen des Kir­chen­tags als auch bei der zen­tra­len Gedenk­ver­an­stal­tung für eine Minu­te geschwie­gen wer­den.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Kam­pa­gne fin­den Sie unter FluchtGedenken.de.

PRO ASYL wird auch mit einem eige­nen Info­stand beim Kir­chen­tag vor Ort sein.

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